Als Ende 1950 die in der Sowjetunion gebauten MiG-15 mit ihren Pfeilflügeln und steilen Steigflügen über Korea hinwegfegten, stand die US-Marine vor einem Problem. Ihr bestes Trägerflugzeug, die Grumman F9F Panther, Die Panther war ein robustes und solides Flugzeug – doch ihre geraden Flügel bedeuteten, dass sie einfach nicht mithalten konnte. Grummans Antwort war schnell, pragmatisch und genial: Man nahm die Panther, schwenkte ihre Flügel um 35 Grad nach hinten und machte daraus die F9F Cougar – den ersten trägergestützten Jäger der US Navy mit Pfeilflügeln.
Kurzinfo
- Typ: Grumman F9F Cougar, ein trägergestützter Jagdbomber mit Pfeilflügeln.
- Bezogen auf: die geradflügelige F9F Panther
- Erster Flug: 20. September 1951
- Unterscheidung: Der erste Flugzeugträgerjet der US-Marine mit Pfeilflügeln
- Gebaut: 1.988, von 1951 bis 1960
- Bekannte Nutzer: bei den Blue Angels (1954-57) und als Trainer bis in die 1960er Jahre
Der Panther, der eine MiG einholen musste
Die Idee einer Panther mit Pfeilflügeln war nicht neu – der ursprüngliche Vertrag von 1946 forderte sogar Konstruktionsdaten für ein solches Flugzeug –, doch Grumman hatte sich zunächst dagegen gesträubt, da man die schwierigen Langsamflugeigenschaften von Pfeilflügeln auf einem Flugzeugträger befürchtete. Der Koreakrieg veränderte die Lage schlagartig. Als die MiG-15 die amerikanischen Jets in Steigrate und Geschwindigkeit überflügelten, benötigte die Marine dringend einen Panther mit Pfeilflügeln für den Einsatz auf See.
Grumman hielt es einfach. Die Cougar nutzte Rumpf, Leitwerk, Motor und Fahrwerk der Panther, kombinierte diese jedoch mit neuen Tragflächen und einem um 35 Grad nach hinten gepfeilten Leitwerk, Spoilern und größeren Landeklappen zur Verbesserung des Flugverhaltens. Der Erstflug fand im September 1951 statt, nur wenige Monate nach Vertragsunterzeichnung.

Flugzeug des Monats: die F9F-8 Cougar.
Derselbe Name, ein anderes Flugzeug
Eine Besonderheit der Cougar verdeutlicht, wie schnell ihre Entwicklung vorangetrieben wurde: Die Marine behielt die Bezeichnung Panther bei. Offiziell hieß sie weiterhin "F9F", obwohl der Pfeilflügel sie in jeder Hinsicht zu einem neuen Kampfflugzeug machte. Grumman und die Marine waren mehr daran interessiert, einen konkurrenzfähigen Jet auf die Flugzeugträger zu bringen, als sich mit Papierkram zu befassen.
Die Cougar kam für Luftkämpfe im Koreakrieg zu spät, wurde aber in den 1950er-Jahren zu einem festen Bestandteil der Flotte und flog bei Dutzenden von Staffeln. Die Blue Angels nutzten sie von 1954 bis 1957 für ihre Flugvorführungen und präsentierten ihre geschwungenen Flügel einem Publikum in ganz Amerika.

Eine lange zweite Karriere
Die überraschendste Eigenschaft der Cougar war ihre Langlebigkeit. Eine zweisitzige Trainerversion, die F9F-8T, hielt den Flugzeugtyp noch lange im Einsatz, nachdem die einsitzigen Jagdflugzeuge ausgemustert worden waren, und bildete Marinepiloten bis weit in die 1960er-Jahre hinein im Umgang mit Düsenflugzeugen aus. Einige dienten sogar als schnelles Aufklärungsflugzeug über Vietnam – ein Pfeilflügelflugzeug aus der Koreakriegszeit, das sich auch in einem neuen Krieg bewährte.
Fast 2.000 Cougars wurden gebaut. Sie war nie der glamouröseste Jet ihrer Generation und gerät oft in Vergessenheit angesichts der Panther, die im Koreakrieg kämpfte, und der nachfolgenden Überschalljäger. Doch sie erfüllte genau die Bedürfnisse der Marine zum richtigen Zeitpunkt: Sie stattete die Flotte im Handumdrehen mit Pfeilflügeln aus, indem sie geschickt auf bereits vorhandene Ressourcen setzte.
Die Grumman F9F-8 Cougar in der Luft.
Ein genauerer Blick auf den ersten trägergestützten Jagdflieger der Marine mit Pfeilflügeln.
Quellen: Wikipedia (Grumman F-9 Cougar, F9F Panther); Smithsonian National Air and Space Museum; Vintage Aviation News.




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