Acht Monate lang stand einer der größten Jets von American Airlines mit ausgebautem Interieur in einem Hangar in Hongkong. Am 13. August 2026 flog er zurück nach Dallas – ausgestattet mit etwas, das die Fluggesellschaft seit Jahren versprochen hatte: einer vollwertigen Business-Class-Suite mit Tür.
Die Maschine ist die erste von zwanzig Boeing 777-300ER der American Airlines, die im Rahmen des Projekts Olympus, der lange verzögerten Kabinenmodernisierung der Fluggesellschaft, umgerüstet wurde. Sie markiert auch das stille Ende einer Ära, denn die neue Kabinenausstattung verzichtet vollständig auf eine First Class.
Kurzinfo
- Fluggesellschaft: American Airlines
- Flugzeug: Boeing 777-300ER, die erste von 20, die nachgerüstet wird
- Nachrüstort: Hongkong
- Zurück zu: Dallas/Fort Worth (DFW), 13. August 2026
- Neue Hütte: 70 Business-Class-Sitze in der Flagship Suite, 44 Premium-Economy-Sitze, 216 Economy-Class-Sitze
- Was verschwunden ist: Erste Klasse
- Programm: Projekt Olympus, eine flottenweite Innenraummodernisierung
Ein Jet kehrt mit einem neuen Gesicht zurück
Die 777-300ER ist das Flaggschiff von American Airlines, das Flugzeug, das sie auf ihren prestigeträchtigsten Langstrecken einsetzt. Die erste Maschine für eine umfassende Innenausstattung in die USA zu schicken, war der eigentliche Startschuss für das Projekt Olympus, ein Programm, das seit seiner Ankündigung immer wieder ins Stocken geraten ist.
Die Modernisierung ist keine schnelle Neupolsterung. Die komplette Entkernung einer Großraumflugzeugkabine und der Einbau neuer Sitze, Suiten, Verkabelung, Monitore und Bordküchen ähnelt eher der Renovierung eines kleinen Hotels als dem bloßen Austausch der Möbel. Deshalb dauerte die Modernisierung eines Jets fast ein Jahr.

Türen, Suiten und der Tod von First
Die wichtigste Neuerung ist die Flagship Suite: ein Business-Class-Sitz mit Sichtschutztür, den American Airlines nun als ihre beste internationale Kabine bezeichnet. In der neuen Konfiguration bietet die 777-300ER 70 dieser Suiten, im Vergleich zu den bisherigen 52 Business-Class-Sitzen, neben einer erweiterten Premium Economy und weiterhin 216 Economy-Class-Sitzen.
Um Platz zu schaffen, tat American Airlines das, was bereits einige Konkurrenten getan hatten, und schaffte die First Class komplett ab. Die Logik ist branchenweit dieselbe: Eine Business-Class-Suite mit Tür bietet heute fast alles, was die First Class einst bot – zu einem Preis, den deutlich mehr Reisende auch tatsächlich zahlen werden.
Warum es acht Monate und einen Jet brauchte
Nachdem sich das Modell an diesem ersten Flugzeugtyp bewährt hat, kann American Airlines die verbleibenden neunzehn 777-300ER dem gleichen Verfahren unterziehen. Allerdings fehlt mit jeder einzelnen Maschine, die zur Modernisierung vorgesehen ist, ein Großraumflugzeug in der ohnehin schon kleinen Flotte. Genau dieser Konflikt zwischen Kabinenmodernisierung und Aufrechterhaltung des Flugbetriebs ist der Grund, warum Olympus so zögerlich mit dem Projekt begonnen hat.
Ein Flugzeug hat nun die Ziellinie überquert. Wenn das nächste Mal ein Reisender in die größte Boeing der amerikanischen Fluggesellschaft auf einer wichtigen Strecke einsteigt, ist das Klicken der Tür neben dem Sitz der entscheidende Punkt.
Quellen: Simple Flying, One Mile at a Time, Aviation A2Z



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