Avro 707: Die kleine Delta, die das Risiko für die Vulcan verringerte

by | 1. September 2026 | Geschichte & Legenden, Militärische Luftfahrt | 0 comments

In 1947 Avro proposed a bomber shaped like nothing the Royal Air Force had ever bought: a vast tailless delta with no fuselage worth the name, meant to carry a nuclear weapon at high altitude across a continent. It became the Avro Vulcan.

Es gab ein Problem. Ende der 1940er-Jahre wusste niemand, wie sich ein dicker Deltaflügel bei niedriger Geschwindigkeit verhielt – also genau in dem Geschwindigkeitsbereich, in dem ein Flugzeug startet, landet und seine Besatzung tötet. Deshalb baute Avro zunächst ein kleines Exemplar, und ein Testpilot kam dabei ums Leben.

Kurzinfo

  • Typ: Avro 707, experimentelles Delta-Forschungsflugzeug
  • Zweck: Um den für die Avro 698, später die Vulcan, gewählten schwanzlosen Deltaflügel zu untersuchen
  • Skala: Aerodynamisch etwa ein Drittel so groß wie der Vulcan
  • Spezifikation: Spezifikation E.15/48 des Versorgungsministeriums
  • Erster Flug: 4. September 1949, von der RAF-Basis Boscombe Down
  • Motor: Ein einzelnes Rolls-Royce Derwent Zentrifugal-Turbojet-Triebwerk.
  • Varianten: 707, 707B, 707A und die zweisitzige 707C
  • Schicksal: Das letzte flugfähige Exemplar wurde 1967 stillgelegt; drei Maschinen sind in Museen erhalten.

Ein maßstabsgetreues Modell, in dem man sitzen könnte

Die 707 war hauptsächlich das Werk von Stuart Davies, dem Chefkonstrukteur von Avro. Sie war klein, einfach und schnell gebaut – so schnell, dass die Kabinenhaube des ersten Prototyps direkt von einer Gloster Meteor übernommen wurde. Der Flügel wies eine Pfeilung von etwa 50 Grad auf, mit innenliegenden Höhenrudern und außenliegenden Querrudern an der Hinterkante, einem konventionellen Seitenleitwerk und Seitenruder sowie einziehbaren Bremsklappen ober- und unterhalb des Flügels.

Avro hatte auch ein halb so großes Flugzeug geplant, die Avro 710. Dieses Projekt wurde jedoch eingestellt, als klar wurde, dass die Entwicklung einer schnelleren Version der kleinen 707 schneller gehen würde.

Der zweisitzige Avro 707C WZ744
Die zweisitzige 707C sollte RAF-Piloten Erfahrung mit Deltaflüglern ermöglichen. Es folgte jedoch kein Serienauftrag. Foto: Wikimedia Commons

Sechsundzwanzig Tage

Die erste 707, VX784, hob am 4. September 1949 von Boscombe Down ab. Am Steuer saß Squadron Leader Samuel Eric “Red” Esler, der stellvertretende Cheftestpilot von Avro, der in Abwesenheit des Cheftestpiloten für alle Flüge mit diesem Flugzeugtyp verantwortlich gemacht worden war.

Sechsundzwanzig Tage später, am 30. September, stürzte VX784 in der Nähe von Blackbushe ab, wobei Esler ums Leben kam. Die Untersuchung deutete auf einen mutmaßlichen Ausfall der Steuerelektronik hin, der dazu führte, dass die Bremsklappen blockierten und das Flugzeug ins Trudeln geriet.

Es ist wichtig, genau zu definieren, was dies bewiesen hat und was nicht. Der Unfall wurde auf einen Systemfehler zurückgeführt, nicht auf den Deltaflügel. Doch er kostete Avro innerhalb eines Monats nach dem Erstflug den Piloten und das erste Flugzeug, und das Programm musste neu gestartet werden.

“Es wird vermutet, dass ein Fehler im Steuerkreis vorliegt, der dazu führt, dass die Druckluftbremsen blockierten und den Strömungsabriss verursachten.”
Offizielle Unfalluntersuchung — Zum Verlust der Avro 707 VX784 und ihres Piloten, 30. September 1949
Die erhaltene Avro 707C WZ744
Drei Avro 707 sind in Museen erhalten geblieben. Sie sehen aus wie eine Vulcan, die jemand in der Waschmaschine vergessen hat. Foto: Wikimedia Commons

Das Flugzeug, das dem Vulcan das Fliegen beibrachte

Es begann wieder. Das zweite Flugzeug, VX790, wurde nach dem überarbeiteten 707B-Standard mit längerem Bug, anderer Kabinenhaube, 51 Grad Pfeilung und verlängertem Bugbein fertiggestellt, um einen steileren Anstellwinkel für Start und Landung zu ermöglichen. Das dritte Flugzeug, die erste 707A, übernahm ab Ende 1953 die Arbeiten mit höheren Geschwindigkeiten.

Entscheidend war, dass das zweite und dritte Flugzeug vor dem Vulcan flogen. Die meisten Erkenntnisse, die Avro über das Verhalten seines Deltaflügels gewann, stammten von diesen beiden kleinen Jets und flossen direkt in die Entwicklung der Vorderkante und der Steuerflächen des Bombers in Originalgröße ein.

Die vier erhaltenen 707 flogen noch lange, nachdem die Vulcan außer Dienst gestellt worden war, und führten allgemeine Forschungsarbeiten für die Royal Aircraft Establishment und später für die Aeronautical Research Laboratories in Australien durch. Großbritannien nutzte sie auch als Vorzeigeflugzeuge: Die kleinen Delta-Jets traten in den frühen 1950er-Jahren auf den Farnborough Airshows auf – genau zu dem Zeitpunkt, als das Land den Eindruck erwecken wollte, das Jetzeitalter anzuführen.

Warum es immer noch wichtig ist

Die Avro 707 erinnert daran, wie sich die Luftfahrt vor der numerischen Strömungsmechanik tatsächlich entwickelte: Man baute ein kleines Flugzeug, flog es, und manchmal kostete es jemanden das Leben. Die Vulcan war über drei Jahrzehnte im Einsatz und flog damals den längsten Bombenangriff der Geschichte. Das war unter anderem möglich, weil vier kleine Forschungsjets bereits die Grenzen ihrer Tragfläche ausgelotet hatten.

Die letzte 707 wurde 1967 außer Dienst gestellt. Drei Maschinen sind in Museen erhalten geblieben und sehen genau so aus, wie sie sind: wie eine Vulcan, die jemand in der Waschmaschine vergessen hat.

Häufig gestellte Fragen

What was the Avro 707?
The Avro 707 was a small British experimental jet built to explore the tailless delta wing chosen for the Avro 698, which became the Vulcan bomber. Aerodynamically about one-third the size of the Vulcan, it was ordered to Ministry of Supply Specification E.15/48 and powered by a single Rolls-Royce Derwent turbojet.
Why did Avro need a scale model you could fly?
In the late 1940s nobody knew how a thick delta wing behaved at low speed, which is precisely the regime in which an aircraft takes off, lands and kills its crew. Rather than risk finding out on a full-size nuclear bomber, Avro built a small aircraft first and flew it.
What happened to the first Avro 707?
The first aircraft, VX784, flew from RAF Boscombe Down on 4 September 1949 with Squadron Leader Samuel Eric Red Esler at the controls. Twenty-six days later, on 30 September, it crashed near Blackbushe and Esler was killed. The investigation pointed to a suspected control circuit failure that left the airbrakes locked open.
Did the crash prove the delta wing was dangerous?
No. The accident was traced to a system fault rather than to the delta wing itself. But it cost Avro its pilot and its first aircraft within a month of first flight, and the programme had to begin again with a revised second aircraft, the 707B.
How did the Avro 707 help the Vulcan?
The second and third aircraft flew before the Vulcan did, and most of what Avro learned about how its delta would behave came from them. That data fed directly into the leading edge and the control surfaces of the full-size bomber, which went on to serve for more than three decades.
How many Avro 707s survive?
Three are preserved in museums. Variants included the original 707, the revised 707B with 51 degrees of sweep and a lengthened nose leg, the higher-speed 707A, and the two-seat 707C intended to give RAF pilots delta experience. The last flying example was grounded in 1967.

Quellen: Wikipedia, BAE Systems Heritage, Aviation Safety Network und Aeroflight.

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