300 Fuß von der Katastrophe entfernt am Boston Logan

von | 27. Juni 2026 | Luftfahrtwelt, Nachricht | 0 Kommentare

Ein Fußballfeld ist 300 Fuß lang. Am Morgen des 20. Juni 2026 war das ungefähr die Spanne zwischen einem gewöhnlichen Samstag in Boston Logan und einer Katastrophe, über die das ganze Land noch immer sprechen würde.

Delta-Flug 2351, ein Airbus A319 aus Dallas mit 135 Personen an Bord, war nur noch Sekunden von der Landung entfernt, als die Besatzung etwas bemerkte, was dort niemals hätte sein dürfen: eine Boeing 737-800 der American Airlines, die direkt über ihre Startbahn zum Start ansetzte. Sie taten das einzig Richtige, um alle zu retten – sie drehten ab.

Die Triebwerke liefen an, der A319 stieg auf, kreiste und landete wenige Minuten später, als wäre nichts geschehen. Die 129 Passagiere verließen das Flugzeug normal. Die meisten von ihnen ahnten wohl nicht, wie knapp es gewesen war.

Kurzinfo
  • Was: Beinahe-Zusammenstoß auf dem Flughafen Boston Logan zwischen einem landenden Airbus A319 der Delta Air Line und einer startenden Boeing 737-800 der American Airlines.
  • Wann: Samstag, 20. Juni 2026, gegen 11:30 Uhr.
  • Wie nah dran: Die Jets lagen an der Landebahnkreuzung etwa 325–350 Fuß voneinander entfernt – und die nächstgelegenen Punkte der Jets waren wahrscheinlich noch näher beieinander.
  • Was hat es gerettet? Die Delta-Besatzung sichtete die 737 und flog eine Runde; der A319 (mit 135 Personen an Bord) stieg auf, kreiste und landete sicher.
  • Unter Beobachtung: ein offensichtlicher Fehler der Flugsicherung bei zwei sich kreuzenden Start- und Landebahnen
  • Der Clou: Ein zweiter Flug nach Logan musste Tage später die Landung abbrechen; sowohl das NTSB als auch die FAA ermitteln.

Wie nah sind 325 Fuß tatsächlich?

Die Ermittler lokalisierten die beiden Jets an der Kreuzungsstelle der Start- und Landebahnen in einem Abstand von etwa 99 bis 107 Metern – und betonten, dass die nächstgelegenen Teile der Flugzeuge wahrscheinlich noch näher beieinander lagen. Zum Vergleich: Verkehrsflugzeuge sollen üblicherweise mehrere Kilometer voneinander entfernt sein, nicht nur einen Häuserblock. Ein Abstand von wenigen hundert Metern zwischen zwei vollbesetzten Jets ist für Sicherheitsinspektoren ein beunruhigender Wert.

Eine Boeing 737-800 der American Airlines startet in Boston Logan.
Eine Boeing 737-800 der American Airlines startet in Boston – derselbe Flugzeugtyp und dieselbe Fluggesellschaft, die am 20. Juni in den Beinahe-Zusammenstoß verwickelt war. (Wikimedia Commons)

Was eine drohende Katastrophe verhinderte, war nicht die Technologie. Es war ein Mensch auf dem linken Sitz der Delta-Maschine, der aus dem Fenster schaute und in Sekundenbruchteilen eine Entscheidung traf. Das Durchstartmanöver – jedem Airline-Piloten als Routinemaßnahme und nicht als Fehler eingeimpft – ist dieses unscheinbare Manöver, das still und leise Leben rettet, und hier rettete es 135 Menschen.

Der rote Faden, an dem alle ziehen: Wie kann es sein, dass ein Jet die Startfreigabe über eine Landebahn erhält, auf der gerade ein anderer Jet landet? Erste Berichte deuten auf einen Fehler der Fluglotsen hin, vor dem Hintergrund chronischen Personalmangels – der Tower in Logan ist nur mit etwa 851 Fluglotsen besetzt, verglichen mit der Sollstärke.

Der Teil, der Ihnen Sorgen bereiten sollte

Die unangenehme Frage ist, warum die Delta-Crew überhaupt eingreifen musste. Erste Berichte deuten auf einen Fehler der Flugsicherung hin: Irgendwie wurde einem Flugzeug die Startfreigabe über eine Landebahn erteilt, auf der ein anderes landen sollte. Genau solche Fehler soll das System eigentlich ausschließen.

Es geschah auch nicht im luftleeren Raum. Der Tower von Logan war mit etwa 851 Fluglotsen pro Tag besetzt, was Teil eines landesweiten Personalmangels ist, der die Kapazitäten der Fluglotsen im verkehrsreichsten Luftraum Amerikas weiter reduziert hat. Und als Beweis dafür, dass dies kein Einzelfall war: Nur wenige Tage später musste ein zweiter Flug in Logan die Landung abbrechen, um ein anderes Flugzeug auf der Landebahn zu vermeiden.

Zwei Behörden ermitteln nun. Die gute Nachricht: Die letzte Verteidigungslinie des Systems – eine geschulte Besatzung und ein gut geübter Durchstartvorgang – hat gehalten. Die schlechte Nachricht: Das musste zweimal innerhalb einer Woche passieren.

Quellen: NTSB; FAA; The Boston Globe; Reuters; Simple Flying.

Verwandte Fragen

Was geschah am 20. Juni 2026 am Flughafen Boston Logan?

Ein Airbus A319 der Delta Air Lines aus Dallas erhielt die Landeerlaubnis für Boston Logan, während eine Boeing 737-800 der American Airlines von einer benachbarten Startbahn startete. Die beiden Flugzeuge näherten sich einander bis auf etwa 100 Meter, bevor die Delta-Besatzung den Landeanflug abbrach und wieder aufstieg. Es gab keine Verletzten.

Wie nahe kamen die Flugzeuge einander?

Anhand barometrischer Messungen ergab sich ein Abstand von etwa 99 bis 107 Metern zwischen den Flugzeugen an der Landebahnkreuzung. Die Ermittler gehen davon aus, dass die beiden Jets in der Regel etwas näher beieinander lagen. In der Luftfahrt gilt ein Abstand von wenigen hundert Metern zwischen zwei Verkehrsflugzeugen als gefährlich gering.

Wer konnte den Zusammenstoß vermeiden?

Die Besatzung des Delta A319 sichtete die startende Boeing 737 und leitete sofort ein Durchstartmanöver ein – sie gab Vollgas und stieg auf, anstatt den Landeanflug fortzusetzen. Die Maschine mit 129 Passagieren und sechs Besatzungsmitgliedern an Bord kreiste und landete kurze Zeit später sicher.

Was ist ein Go-around?

Ein Durchstartmanöver ist ein standardisiertes, geübtes Manöver, bei dem die Landemannschaft den Anflug abbricht, vollen Schub gibt und wieder steigt, um es erneut zu versuchen. Es wird als routinemäßige Sicherheitsmaßnahme gelehrt, nicht als Notfallmaßnahme – doch genau dieses Manöver verhinderte eine Katastrophe in Logan.

Warum wird dies so ernsthaft untersucht?

Zwei US-Behörden – das NTSB und die FAA – haben Untersuchungen eingeleitet, da der Vorfall offenbar auf einen Fehler der Flugsicherung an sich kreuzenden Landebahnen zurückzuführen ist und wenige Tage später ein zweiter abgebrochener Landeanflug auf demselben Flughafen folgte. Beide Vorfälle ereigneten sich, während der Kontrollturm von Logan deutlich unterbesetzt war.

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