Deutschlands erste F-35 kommt in die Lackierhalle

by | 19. August 2026 | Militärische Luftfahrt, Nachricht | 0 comments

In einer Hochhalle in Fort Worth, Texas, ist eine mattgraue Silhouette dabei zu verschwinden. Deutschlands erste F-35A Lightning II, die mit dem Kennzeichen MG-01 versehene Zelle, hat die Endmontage verlassen und ist in die Phase eingetreten, die Lockheed Martin Aircraft Final Finishes nennt: den Punkt, an dem der Jet seine Lackierung und seine radarschluckende Tarnbeschichtung erhält. Wenn er herauskommt, wird er wie ein Kampfjet aussehen. Im Moment sieht er aus wie die Zukunft der Luftwaffe mit halb aufgetragener Haut.

Dieser am 17. August 2026 bestätigte Meilenstein ist das bislang deutlichste Zeichen dafür, dass Deutschland nur noch Wochen von einem Kampfjet entfernt ist, auf den es seit 2022 wartet. Die MG-01 ist die erste von 35 bestellten F-35A, die NATOs heikelste Aufgabe in deutscher Hand übernehmen sollen: den Transport der amerikanischen Nuklearbombe B61-12 im Falle einer europäischen Krise.

Es ist zugleich ein still vollzogener, historischer Wachwechsel. Der Jet, den die MG-01 ablöst, der Panavia Tornado, hat diese nukleare Einsatzrolle für die Luftwaffe seit dem Kalten Krieg geflogen.

Kurzinfo

Flugzeug: Lockheed Martin F-35A Lightning II (Zelle MG-01)

Operator: Deutsche Luftwaffe

Befehl: 35 Flugzeuge (weitere 15 geplant, wodurch die Flotte auf rund 50 wachsen würde)

Rolle: Dual-fähig — konventioneller Angriff sowie die nukleare B61-12-Mission, als Nachfolger des Tornado IDS

Motor: Pratt & Whitney F135-PW-100

Rollout: Geplant für den 18. September 2026; Erstflug später im Jahr 2026

Basis: Ausbildung auf der Ebbing ANGB, Arkansas; erste in Deutschland stationierte Jets ab 2027 in Büchel

Meilensteine: Erstbefähigung (IOC) angestrebt für 2029, volle Einsatzbereitschaft 2030

Vom Rumpf zur Endlackierung

Der Weg der MG-01 durch die Fertigungslinie in Fort Worth liest sich wie ein Countdown. Flügel sowie vorderer, mittlerer und hinterer Rumpfabschnitt wurden im März 2026 zusammengefügt. Anfang Juni montierten Techniker das Pratt & Whitney F135-PW-100 — das einzelne Triebwerk, das der F-35 sowohl ihren Überschall-Sprint als auch die elektrische Leistung für ihre Sensoren verleiht. Mit fertiggestellter Zelle ist der Jet nun in die Endlackierung für Farbe und Tarnbeschichtung eingetreten, bevor Boden- und Flugtests folgen.

Lockheed Martin hat die Rollout-Zeremonie auf den 18. September 2026 angesetzt, der Erstflug soll später im Jahr folgen. Sieben weitere deutsche F-35A bewegen sich bereits hinter der MG-01 durch dieselbe Fertigungslinie, sodass der erste Jet die Spitze eines stetigen Stroms ist, kein Einzelfall.

Warum die nukleare Zertifizierung der F-35A für NATOs europäische Mitglieder wichtig ist.

Die nukleare Mission

The reason Germany is watching this particular airframe so closely sits in a weapons bay. In October 2023 the US-Luftwaffe certified the F-35A to carry the B61-12 guided nuclear bomb, making it the first fifth-generation fighter ever cleared for the role. That certification is what lets the F-35 inherit the Tornado's place in NATO's nuclear-sharing arrangement, under which U.S. bombs are stored in Europe and delivered, in extremis, by allied aircraft.

Those weapons are believed to be held at Büchel Air Base in the Eifel, where construction crews have been upgrading facilities for the new jet. From 2027 the first F-35As will stand alert there; until then, German crews will train on the type at Ebbing Air National Guard Base in Arkansas, the international schoolhouse where several European F-35 operators learn the aircraft.

“Mit dem erfolgreichen Einbau des Triebwerks hat das Flugzeug einen weiteren wichtigen Meilenstein erreicht — auf dem Weg, Deutschland modernste Fähigkeiten der fünften Generation zu liefern.”
Lockheed Martin Europe — Erklärung zur Montage der MG-01
A German Luftwaffe general is shown an F-35 cockpit
Ein Luftwaffengeneral wird durch ein F-35-Cockpit geführt. Deutschlands Besatzungen stecken bereits mitten im Umstieg. Foto: U.S. Air Force / DVIDS

Eine größere Flotte, eine zersplitterte Alternative

Deutschlands 35 Jets müssen nicht das Ende sein. Berlin hat signalisiert, dass es rund 15 weitere F-35A haben möchte, was die Luftwaffenflotte auf rund 50 Flugzeuge anwachsen ließe. Der Appetit ist gewachsen, seit das deutsch-französisch-spanische FCAS-Projekt der sechsten Generation ins Stocken geraten ist und die F-35 als das einzige Tarnkappenflugzeug übrig lässt, das Deutschland in diesem Jahrzehnt tatsächlich einsetzen kann.

Deutschland steht mit diesem Anliegen nicht allein da. Bis Mitte August 2026 waren rund 200 von mehr als 650 geplanten F-35 an europäische Luftstreitkräfte ausgeliefert worden — eine kontinentweite Neuausrüstung, die die Lightning II still und leise zum Rückgrat der europäischen Luftmacht der NATO macht. Die MG-01, in Texas noch in ihrer Grundierung, ist ein Jet in dieser Welle — doch für die Luftwaffe ist sie diejenige, die die Ära des Tornado beendet.

Wenn die Farbe trocknet und sich am 18. September die Hallentore öffnen, wird Deutschland endlich das Flugzeug sehen, über das jahrelang gestritten wurde. Das Arbeitstier aus dem Kalten Krieg verabschiedet sich. Sein tarnkappenfähiger Nachfolger macht sich bereit.

Quellen: Lockheed Martin / F35.com; Janes; Aerospace Global News; defence-industry.eu; Army Recognition; U.S. Air Force.

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