Es hatte drei Motoren, einen großen, hässlichen Buckel auf dem Rücken und einen Namen, den die eigenen Besatzungen mit düsterer Zuneigung ausspuckten: il gobbo maledetto — der verdammte Bucklige. Doch der Savoia-Marchetti SM.79 Sparviero war zeitweise einer der besten Torpedobomber des Zweiten Weltkriegs und das Flugzeug, vor dem die alliierten Seeleute im Mittelmeer Angst lernten.
Vor dem Krieg war es ein rekordverdächtiges Rennflugzeug und ein Symbol für die Modernität des faschistischen Italiens. Im Krieg wurde es zum Schiffsjäger. Nur wenige Flugzeuge führten ein so ungewöhnliches Doppelleben.
Kurzinfo
| Flugzeug | Savoia-Marchetti SM.79 Sparviero (“Sperber”) |
| Layout | Dreimotoriges (Trimotor-)Eindeckerflugzeug |
| Erster Flug | 1934; Designer: Alessandro Marchetti |
| Spitzname | Il gobbo maledetto – “der verdammte Glöckner” |
| Crew | Fünf (sechs in der Bomberversion) |
| Gebaut | Ungefähr 1.300 |
| Aufzeichnungen | 26 Weltrekorde aufgestellt 1937–1939 |
| Nutzungsdauer | Bis in die 1950er Jahre (im Libanon wurde es bis 1959 eingesetzt) |
Ein Rennwagen mit einem Buckel
Die SM.79 wurde als schnelles ziviles Transport- und Rennflugzeug von Alessandro Marchetti entworfen und absolvierte ihren Erstflug 1934. Ihre Dreimotorenanordnung – zwei Motoren an den Tragflächen, einer im Bug – wurde aus Gründen der Zuverlässigkeit gewählt. Der Rumpf wies hinter dem Cockpit einen markanten, erhöhten Buckel auf, in dem sich der Geschützstand befand und der dem Flugzeug seinen wenig schmeichelhaften Spitznamen einbrachte. Die Besatzungen liebten sie trotzdem.

In den späten 1930er Jahren stellte die Sparviero 26 Weltrekorde in Geschwindigkeit, Höhe und Distanz auf, und Italien präsentierte stolz seine Rennmannschaften – die berühmten Sorci Verdi, Die “Grünen Mäuse” – als Beweis nationaler Stärke. Dann kam Spanien, wo die SM.79 im Bürgerkrieg ihre ersten Kampfeinsätze flog und dabei auf ihre Geschwindigkeit angewiesen war, um zu überleben.
Der Schiffskiller des Mittelmeers
Der SM.79 erlangte seinen wahren Ruhm mit dem Aerosiluranti Die italienischen Torpedobombergeschwader. Tief über dem Meer donnernd, um ihre Torpedos abzuwerfen, wurden die Besatzungen der SM.79 zu einigen der effektivsten Seezieljäger des Krieges und setzten britischen Konvois und Kriegsschiffen im Mittelmeer schwer zu. Fliegerasse wie Carlo Emanuele Buscaglia erwarben sich am Steuer der „Buckelkopfmaschine“ einen gefürchteten Ruf.

Es war ein gefährlicher Einsatz. Beim Angriff auf gut verteidigte Schiffe in Wellenhöhe erlitten die Torpedobesatzungen schwere Verluste, und die SM.79 war langsam und anfällig für moderne Jagdflugzeuge. Doch in geübten Händen erzielte sie noch lange Treffer, nachdem die italienische Bomberflotte ansonsten längst unterlegen war.
Ein langes Jenseits
Rund 1.300 SM.79 wurden gebaut und waren weit über Italien hinaus im Einsatz – in Spanien, Jugoslawien und Rumänien, wobei letzteres eigene Versionen fertigte. Der Flugzeugtyp überdauerte den Krieg um Jahre: Italien musterte ihn 1952 aus, und der Libanon flog SM.79-Transportflugzeuge bis 1959. Zwei vollständige Exemplare sind erhalten, beide kehrten aus dem Libanon nach Italien zurück.
Trotz aller Witze über ihren Buckel war die SM.79 eines der wenigen Flugzeuge, das sowohl vor dem Krieg berühmt war als auch eine wirklich gefährliche Waffe darstellte. Der verflixte Bucklige hatte seinen Zweck erfüllt.
Quellen: Marco Mattioli, “Savoia-Marchetti S.79 Sparviero Torpedo-Bomber Units”; Wikipedia.




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