Zum ersten Mal trägt eine Boeing 737 MAX die Farben Tadschikistans. Am 3. August 2026 rollte Somon Air eine brandneue 737-8 auf das Vorfeld des internationalen Flughafens Duschanbe – das erste Flugzeug dieses Typs in der tadschikischen Flotte und das bisher deutlichste Zeichen dafür, dass die kleine nationale Fluggesellschaft größere Ambitionen hat als ihre zentralasiatische Heimatbasis.
Es ist ein stiller, aber bedeutender Meilenstein. Während die weltgrößten Fluggesellschaften über Hunderte von Jets streiten, hat eine Airline, von der die meisten Reisenden noch nie gehört haben, gerade das moderne Schmalrumpfzeitalter erreicht – mit London, Peking und Guangzhou bereits auf der Landkarte markiert.
Kurzinfo
- Fluggesellschaft: Somon Air, nationale Fluggesellschaft Tadschikistans (fliegt seit 2008)
- Flugzeug: Die Boeing 737-8 ist das meistverkaufte Mitglied der 737 MAX-Familie.
- Geliefert: 3. August 2026, am internationalen Flughafen Duschanbe
- Meilenstein: die erste 737 MAX, die jemals in Tadschikistan eingesetzt wurde
- Gemietet von: Dubai Aerospace Enterprise (DAE) – die erste von zwei 737-8
- Motoren: zwei CFM International LEAP-1B
- Kapazität / Reichweite: bis zu 210 Passagiere; bis zu 3.500 Seemeilen (6.480 km)
- Flotte heute: Sechs 737 der nächsten Generation bedienen 29 Reiseziele
Eine Premiere für Tadschikistan
Somon Air ist die nationale Fluggesellschaft Tadschikistans, eines gebirgigen Landes mit rund zehn Millionen Einwohnern, das zwischen Afghanistan, China, Usbekistan und Kirgisistan liegt. Seit ihrer Aufnahme des Flugbetriebs im Jahr 2008 betreibt sie von ihrem Drehkreuz in der Hauptstadt Duschanbe aus eine reine Boeing-Flotte mit sechs Next-Generation-737-Maschinen und bedient 29 Ziele in Europa, Asien und dem Nahen Osten.
Die am 3. August übergebene Maschine ist die erste 737 MAX der Fluggesellschaft – und laut Boeing die erste MAX, die in Tadschikistan stationiert ist. Sie wurde von Dubai Aerospace Enterprise (DAE) geleast, dem in Dubai ansässigen Leasinggeber, dessen Flotte kürzlich die Marke von 1.000 Flugzeugen überschritten hat. Es handelt sich um die erste von zwei 737-8, die die Fluggesellschaft bestellt hat. Die zweite wird noch vor Ende August erwartet.

Platz, um weiter zu fliegen
Der Reiz der 737-8 liegt auf der Hand: Sie kommt mit weniger Treibstoff weiter. Angetrieben von zwei CFM LEAP-1B-Triebwerken, kann der Jet bis zu 210 Passagiere über eine Entfernung von bis zu 3.500 Seemeilen (6.480 km) befördern, und Boeing gibt an, dass sie rund 20 Prozent weniger Treibstoff verbraucht als die Vorgängergeneration der 737, die sie ersetzt.
Für eine Fluggesellschaft, die tief im Herzen des asiatischen Festlandes ansässig ist, ist diese zusätzliche Reichweite der entscheidende Punkt – sie verwandelt Städtepaare, die einst nur am Rande rentabel waren, in Strecken, die sich tatsächlich lohnen.
Die Fluggesellschaft plant, die 737-8 auf Kurz- und Mittelstrecken in Zentralasien, Europa, dem Nahen Osten und Asien einzusetzen. Zu den neuen Zielen, die in Planung sind, gehören London, Peking und Guangzhou – eine Reichweite, die für die ältere Flotte eine Herausforderung gewesen wäre.
Von regional bis international
Die MAX ist nur der Auftakt. Im vergangenen November kündigte Somon Air die Bestellung von bis zu 14 neuen Boeing-Flugzeugen an – einer Mischung aus 737 MAX und Großraumflugzeugen des Typs 787 Dreamliner – und signalisierte damit einen Sprung vom regionalen Kurzstreckenflugverkehr hin zu echten Langstreckenambitionen.
Ob eine Fluggesellschaft dieser Größe den Sprung zum Interkontinentalflug schaffen kann, ist fraglich – viele ambitionierte Airlines haben es versucht und sind gescheitert. Doch vorerst besitzt Tadschikistan seine erste MAX, und Somon Air hat die Reichweite, um von Größerem zu träumen.
Eine Boeing 737 der Somon Air auf der Strecke Schukowski–Duschanbe – genau die Art von Strecke, für die die neue 737-8 gebaut wurde, um weiter und günstiger fliegen zu können.
Quellen: Boeing-Pressemitteilung (3. August 2026); Dubai Aerospace Enterprise; FlightGlobal; AeroTime; Aviation24.be.




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