In einer klaren Aprilnacht des Jahres 1979 kippte eine Boeing 727, die in 11.900 Metern Höhe über Michigan flog, plötzlich auf den Rücken und stürzte ab. Dabei überschlug sie sich zweimal und stürzte fast elf Kilometer tief ab. 63 Sekunden später war sie fast elf Kilometer tief. Dass überhaupt jemand überlebte, ist bemerkenswert. Die Ursache des Unglücks ist bis heute eine der erbittertsten Kontroversen in der Luftfahrt.
Dies ist die Geschichte von TWA-Flug 841 – und der Auseinandersetzung, die nie beigelegt wurde.
Kurzinfo
- Flug: TWA 841, eine Boeing 727, 4. April 1979
- Wo: 39.000 Fuß über Michigan, nachts
- Was ist passiert: eine unkontrollierte Rolle, dann ein Spiralsturz – zwei vollständige Rollen.
- Der Herbst: ungefähr 34.000 Fuß in etwa 63 Sekunden, mit einer Beschleunigung von bis zu ~6G.
- Die Rettung: Der Kapitän fuhr das Fahrwerk aus, wodurch das Flugzeug in einer Höhe von etwa 5.000 Fuß stabilisiert wurde.
- Ergebnis: Notlandung in Detroit; alle überlebten – die Ursache ist jedoch noch immer umstritten.
Sieben Meilen in einer Minute zurückgelegt
TWA 841 war ein routinemäßiger Abendflug, als die 727 plötzlich und unerwartet in eine scharfe Rechtskurve einschlug und in einen Spiralsturz geriet. Im Cockpit kämpften Kapitän Harvey “Hoot” Gibson und seine Crew gegen ein Flugzeug, das über seine Grenzen hinaus beschleunigte, die G-Kräfte erreichten fast 6G, und der Höhenmesser zeigte in erschreckendem Tempo immer weniger an.
Nichts, was Gibson versuchte, konnte den Sturzflug stoppen – bis er in seiner Verzweiflung in etwa 1500 Metern Höhe das Fahrwerk ausfuhr. Der plötzliche Luftwiderstand und die veränderte Luftströmung stabilisierten die Maschine schließlich, und er brachte sie nur 1,6 Kilometer über dem Boden wieder in die Waagerechte. Die schwer beschädigte 727 wurde nach Detroit umgeleitet und landete sicher. Sie hatte beim Abfangen Teile ihrer Struktur verloren, aber alle Insassen blieben unverletzt.

Die Auseinandersetzung beginnt
Die Ermittler standen vor einem Rätsel. Nachdem mechanische Defekte ausgeschlossen werden konnten, kam das National Transportation Safety Board zu einem umstrittenen Schluss: Die Besatzung hatte selbst die Vorflügel ausgefahren – möglicherweise ein gerüchteweise angewandter Trick, um eine etwas höhere Reisegeschwindigkeit zu erzielen – und einer der Vorflügel hatte sich in ausgefahrenem Zustand verklemmt, wodurch das Flugzeug umkippte.
Die Besatzung beteuerte vehement, nichts dergleichen getan zu haben. Gibson wehrte sich jahrelang gegen die Feststellung, unterstützt von der Pilotengewerkschaft, und beharrte darauf, dass die Rollbewegung auf einen technischen Defekt und nicht auf eine Abkürzung im Cockpit zurückzuführen sei.

Das verschwundene Band
Was einen technischen Streit zu einer jahrzehntelangen Kontroverse werden ließ, war eine Beweislücke. Einundzwanzig Minuten der Aufzeichnung des Cockpit-Sprachrekorders fehlten – gelöscht, was nur am Boden bei angezogener Parkbremse passieren kann. Das verantwortliche Besatzungsmitglied konnte sich nicht daran erinnern. Für das NTSB wirkte es verdächtig; für die Verteidiger der Besatzung war es eine harmlose Angewohnheit, die genau jene Beweise vernichtete, die sie hätten entlasten können.
Die Berufungsverfahren dauerten von den 1980er- bis in die 1990er-Jahre. Luftfahrtexperten argumentierten vehement, dass die Besatzung für einen technischen Defekt verantwortlich gemacht wurde. Das NTSB revidierte seine Feststellung nicht. Mehr als vier Jahrzehnte später ist der Fall TWA 841 weiterhin ein Fall, in dem sich die Besatzungsmitglieder und die Ermittler nie über den Hergang des Unglücks einig waren.
Unstrittig ist das Fliegen selbst. Eine 727 stürzte innerhalb einer Minute sieben Meilen ab, und ihr Kapitän fing sie wieder ab – dank einer verzweifelten Idee, dem Ausfahren des Fahrwerks, die in keiner Checkliste jemals vorgeschlagen worden wäre.
Quellen: Bericht des US National Transportation Safety Board NTSB/AAR-81/08; Wikipedia (TWA-Flug 841, 1979); Air Facts Journal; Simple Flying. Die Ursache ist weiterhin umstritten.




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