In Tarbes, am Fuße der Pyrenäen, steht ein Airbus A380 in der Sonne. Er steht dort seit dem 16. Juli 2025. Er ist für eine Fluggesellschaft lackiert, die in ihrer gesamten Existenz nur vier Flüge durchgeführt hat, keine Betriebsgenehmigung besitzt und sich nun gegen einen Antrag auf Liquidation wehrt.
Das Flugzeug trägt die Kennung 9H-GLOBL. Die Fluggesellschaft ist Global Airlines, das britische Start-up-Unternehmen des Holiday-Swap-Unternehmers James Asquith, das eine Flotte von vier Superjumbos und eine neue Art des Transatlantikreisens versprach.
Am 4. September berichtete aeroTELEGRAPH, dass ein Gläubiger bei einem britischen Gericht die Liquidation des Unternehmens beantragt hat. Es ist nicht der erste derartige Antrag. Der Zeitpunkt dürfte jedoch besonders ungünstig sein.
Kurzinfo
| Fluggesellschaft | Global Airlines Ltd (Vereinigtes Königreich) |
| Gegründet | 13. Juli 2019 |
| Gründer und CEO | James Asquith |
| Flotte | Ein Airbus A380-800, 9H-GLOBL, ehemals China Southern, gekauft im Mai 2023 |
| Registrierter Betreiber | Hallo Fly Malta |
| Luftverkehrsbetreiberzeugnis | Keine gehalten |
| Flüge durchgeführt | Vier, alle im Mai 2025 |
| Flugzeugstandort | Tarbes-Lourdes-Pyrénées, Frankreich, seit 16. Juli 2025 |
| Antrag auf Liquidation | Eingereicht am 29. Mai 2026; Anhörungstermine am 15. Juli und 2. September 2026 |
Vier Flüge, dann Stille
Die gesamte Betriebsgeschichte von Global Airlines lässt sich in eine Woche einteilen. Am 15. Mai 2025 flog der A380 im Rahmen eines Leasingvertrags mit Hi Fly Malta von Glasgow nach New York-JFK. Er stand vier Tage am JFK, flog am 19. Mai zurück nach Glasgow, absolvierte am 21. Mai einen einmaligen Flug von Manchester nach New York und kehrte anschließend zurück.
Das war’s. Vier Transatlantikflüge. Das Flugzeug wurde zur Wartung nach Dresden und anschließend zur Einlagerung nach Tarbes gebracht, wo es seitdem verblieb.

Der Grund, warum sich das Flugzeug seitdem nicht bewegt hat, ist nicht geheimnisvoll, und Asquith hat dies offen angesprochen. Die Maschine steht zur Generalüberholung nach zwölf Jahren an. Es gibt nur sehr wenige Werkstätten weltweit, die solche Generalüberholungen an einem A380 durchführen können, und die Warteliste ist lang.
Die Petition
Laut der britischen Amtszeitung „The Gazette“ wurde am 29. Mai 2026 von Jessica Huffman Reese, einer in den USA ansässigen Klägerin, die sich als Gläubigerin des Unternehmens bezeichnet, ein Antrag auf Liquidation der Global Airlines Ltd. eingereicht. Sie wird von einem Anwalt der Kanzlei Vedder Price vertreten, die unter anderem auf Luftfahrtfinanzierung spezialisiert ist. Das Portal DJs Aviation berichtete zuerst darüber.
Zwei Anhörungen waren für den 15. Juli und den 2. September angesetzt. Über den Verlauf beider Anhörungen wurde nichts veröffentlicht. Berichten zufolge gab es 2025 eine ähnliche Petition, die zurückgezogen wurde, und Hinweise auf eine weitere im März 2026, die ebenfalls zurückgezogen wurde.
Es ist wichtig, die Bedeutung dieses Begriffs genau zu definieren. Ein Antrag auf Liquidation fällt unter das Insolvenzrecht, da dies der rechtliche Rahmen für solche Anträge ist. Er stellt jedoch keine Feststellung der Zahlungsunfähigkeit eines Unternehmens dar, und es ist kein Insolvenzantrag für Global Airlines öffentlich verzeichnet. Im britischen Handelsregister finden sich seit einem Personalwechsel im Mai keine neuen Einträge.
Das bedeutet, dass jemand, der Ansprüche gegen das Unternehmen hat, nun schon zum zweiten, möglicherweise sogar zum dritten Mal ein Gericht aufgefordert hat, das Unternehmen zu schließen.
Die Leute verlassen
Das andere Signal betrifft das Personal. Richard Stephenson, der ehemalige Kommunikationsdirektor der britischen Zivilluftfahrtbehörde, der als Vorstandsmitglied und Chief Commercial Officer zu Global wechselte, hat klargestellt, dass er nicht länger Vertriebschef der Fluggesellschaft ist und sich nach neuen beruflichen Herausforderungen umsieht. Bereits im März 2025 war er als Geschäftsführer zurückgetreten.
Unterdessen werden immer neue Versprechungen gemacht. Ende Juni 2026 legte Asquith drei Ziele dar: die 9H-GLOBL noch vor Jahresende wieder flugfähig zu machen, ein zweites Flugzeug in die Flotte aufzunehmen und eine Flugroute zwischen Großbritannien und den Malediven zu eröffnen. Anfang September befand sich der A380 noch immer in Tarbes.
Flightradar24 berichtete über den Erstflug der Global Airlines A380 von Glasgow nach New York im Mai 2025 – den bisherigen Höhepunkt des Projekts.
Warum das überhaupt noch jemanden interessiert
Man könnte Global Airlines leicht als PR-Gag abtun, und viele haben das auch getan. Doch der Grund, warum Luftfahrtbegeisterte das Projekt weiterhin verfolgen, ist einfach: Jemand hat tatsächlich einen A380 gekauft und damit zahlende Passagiere über den Atlantik geflogen – zu einem Zeitpunkt, als alle großen Fluggesellschaften diesen Flugzeugtyp ausmusterten.
Der Superjumbo ist das letzte viermotorige Passagierflugzeug, das noch jemanden begeistert. Ein Start-up, das alles auf diese Karte setzt, musste zwangsläufig entweder genial oder ein Desaster werden. Momentan deutet alles auf die eine Richtung hin, und ein riesiges Flugzeug wartet in Südfrankreich darauf, die Antwort zu finden.
Häufig gestellte Fragen
Steht Global Airlines vor dem Bankrott?
Wie viele Flüge hat Global Airlines tatsächlich durchgeführt?
Wo befindet sich der Global Airlines A380 jetzt?
Warum ist der A380 von Global Airlines seit Juli 2025 nicht mehr geflogen?
Besitzt Global Airlines ein eigenes Luftverkehrsbetreiberzeugnis?
Was plant Global Airlines als nächstes?
Quellen: aeroTELEGRAPH, DJs Aviation, The Gazette, UK Companies House, FlightGlobal, Simple Flying, Business Insider, Wikipedia.




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