Die Jagd auf U-Boote ist ein Teamsport. In diesem Jahr, bei der größten Marineübung der Welt, hörte das Team auf, an Landesgrenzen Halt zu machen – und begann, sich dasselbe Flugzeug zu teilen.
Zum ersten Mal setzt die US Navy bei RIMPAC gemischte multinationale Besatzungen an Bord ihrer Seeaufklärungsflugzeuge vom Typ P-8A Poseidon ein. Anstatt dass jede Nation mit ihrem eigenen Flugzeug fliegt und anschließend ihre Erfahrungen austauscht, sitzen nun Angehörige mehrerer Partnernationen an den Konsolen einer einzigen amerikanischen Poseidon und jagen gemeinsam dasselbe Ziel.
| Übung | RIMPAC 2026 (Rim of the Pacific), Hawaii |
| Erste | Gemischte multinationale Besatzungen an Bord derselben P-8A |
| Flugzeug | Boeing P-8A Poseidon Seeaufklärungsflugzeug |
| Nationen fliegen MPA | USA, Japan, Kanada, Australien, Südkorea, Indien |
| Mission | U-Boot-Bekämpfung – erkennen, verfolgen, Angriff simulieren |
| Notiz | Erster RIMPAC-Einsatz der südkoreanischen Marine mit einer P-8A |
Ein Flugzeug, viele Flaggen
Die Idee klingt simpel, ist es aber ganz und gar nicht. Seeaufklärungsflugzeuge aus den USA, Japan, Kanada, Australien, Südkorea und Indien wurden zu einer multinationalen Einheit zusammengeführt, wobei die Besatzungen verschiedener Länder gemeinsam auf demselben Flugzeugtyp fliegen. Seeleute und Piloten aus sechs Nationen dazu zu bringen, eine koordinierte U-Boot-Jagd aus einer einzigen Kabine heraus durchzuführen – mit gemeinsamen Verfahren, gemeinsamen Anzeigen und gemeinsamer Funkdisziplin – ist genau die Art von Aufgabe, über die man leicht reden kann, die aber schwer umzusetzen ist.
Genau darum geht es bei RIMPAC. Wenn Verbündete jemals gemeinsam kämpfen wollen, sollten sie besser üben, Schulter an Schulter zu sitzen, bevor die Schießerei beginnt.

Warum ausgerechnet Poseidon, und warum gerade jetzt?
Die P-8A ist das Arbeitspferd der westlichen U-Boot-Jagd: eine militarisierte 737, vollgepackt mit Radar, akustischen Prozessoren und Sonarbojen, die stundenlang kreisen und ein Netz von Sensoren über dem Meer auswerfen kann. Sie hat sich stillschweigend zum gemeinsamen Nenner der alliierten Marinen entwickelt – die USA, Australien, Südkorea, Indien und andere fliegen sie alle –, was ein Pilotprojekt mit gemeinsamer Besatzung erst möglich macht.
Südkorea unterstrich diesen Trend bei der diesjährigen Übung, indem es mit seinem neu eingeführten U-Boot-Jagdflugzeug P-8A gemeinsam mit einer US-amerikanischen Poseidon eine vollständige Übung durchführte – Suche, Klassifizierung, Verfolgung und Simulation eines Angriffs auf ein Unterwasserziel. Es war der erste Einsatz dieses Flugzeugtyps durch die südkoreanische Marine im Rahmen der RIMPAC-Übung und ein Beleg dafür, wie schnell die Zahl der U-Boot-Jäger im Pazifikraum wächst.
Die stille Bedeutung
Nichts davon sorgt für so viel Aufsehen wie ein neuer Tarnkappenjäger. Doch unter der Wasseroberfläche – im wahrsten Sinne des Wortes – geht es im Kampf um den Pazifik immer mehr darum, wer die U-Boote des Gegners zuerst aufspüren kann. Besatzungen aufzubauen, die dazu gemeinsam in einem einzigen Flugzeug fähig sind, ist eine größere Herausforderung, als es zunächst scheint.
Das untenstehende Video zeigt das Innere der P-8A und wie die Sub-Jagd genau funktioniert.
Gemeinsame Flugzeuge, gemeinsame Ausbildung, gemeinsame Besatzungen: Bei RIMPAC 2026 unternahm die alliierte maritime Patrouillengemeinschaft einen weiteren Schritt hin zu einem gemeinsamen Kampf – und machte den Ozean zu einem einsameren Ort für alles, was versucht, sich darunter zu verstecken.
Quellen: DVIDS / US Navy; USNI News; The Korea Times; Zona Militar; Australisches Verteidigungsministerium.




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