Ein Agent künstlicher Intelligenz hat sich in einen Kampfjet gesetzt, einen feindlichen Jet durch ein Infrarotauge anvisiert und ihn siebenundzwanzig Mal abgeschossen – und kein Mensch hat den Steuerknüppel berührt.
Lockheed Martin Skunk Works lüftete am 4. August 2026 den Schleier und enthüllte, dass seine autonome Flugsteuerungssoftware den Flug erfolgreich absolviert hatte. F-16Die X-62A VISTA, eine Weiterentwicklung der X-62A VISTA, absolvierte 27 taktische Abfangeinsätze gegen eine T-38 Talon. Die Flüge fanden im April im Rahmen zweier Testprogramme mit den prägnanten Namen HAVE HEAT und HAVE HOLIDAYS statt und umfassten acht Einsätze.
Was diese Demonstration von den vorherigen KI-Luftkampfsimulationen unterscheidet, ist das Ziel, auf das die Maschine zielte. Diesmal flog sie mit realen Sensordaten, die in Echtzeit in der Luft erfasst wurden – nicht mit einem simulierten Ziel, das ihr vom Computer vorgegeben wurde.
Kurzinfo
- Flugzeug: X-62A VISTA (eine stark modifizierte NF-16D)
- Was ist passiert: Ein KI-Agent flog 27 autonome Abfangeinsätze in 8 Einsätzen.
- Ziel: Ein lebender T-38 Talon, der als "Feind" fungiert"
- Sensor: Legion Pod Infrarot-Such- und Verfolgungssystem (IRST) – passiv, störungsresistent
- Programme: HABEN SIE HEIZEN UND HABEN SIE URLAUB, Flug im April 2026
- Enthüllt: 4. August 2026, von Lockheed Martin Skunk Works
- Partner: US Air Force Test Pilot School, Edwards AFB
Ein passives Auge statt eines Radars
Die X-62A war mit einem Legion Pod ausgestattet, einem Infrarot-Such- und Verfolgungssystem, das mithilfe von Wärme statt durch Radarwellen den Himmel absucht. Das ist entscheidend. Ein Radar sendet Signale, ein IRST hört zu. Es lässt sich nicht wie ein Radar stören und gibt Ihre Position nicht an alle mit einem Warnempfänger bekannt.
Der KI-Agent empfing die Rohdaten der Infrarotkamera direkt aus der Kapsel, ermittelte die Position der T-38 und steuerte den Jäger selbstständig in eine Feuerposition. Skunk Works bezeichnet die dahinterstehende Software als "supermassive" Agentengenerierungsfähigkeit und gibt an, die Agenten innerhalb von nur drei Monaten in die X-62 integriert und am Boden getestet zu haben.

Die vollständige Schließung des sogenannten "Sensor-Aktions-Kreislaufs" – Ziel erfassen, entscheiden, manövrieren – innerhalb des Flugzeugs, ohne zwischengeschaltete Bodenstation, ist der entscheidende Punkt. Das ist der Unterschied zwischen einem Forschungsprojekt und einer Technologie, die man in ein echtes Kampfflugzeug integrieren könnte.
Was Skunk Works behauptet
Das Unternehmen sieht die Entwicklung als Grundstein für zukünftige bemannte und unbemannte Zusammenarbeit – die "loyalen Flügelmänner" unter den Drohnen, die die nächste Generation von Kampfflugzeugen begleiten sollen. Auch die Sensorabteilung ist sehr zufrieden.
Warum der T-38 wichtig war
Die Verwendung einer echten, von einem Menschen geflogenen T-38 als Ziel – anstatt eines sauber simulierten Signals – zwang die KI, mit einem realen Flugzeug und seinen tatsächlichen Flugmanövern umzugehen: reale Bewegungen, reale Infrarotsignatur, realer Zeitablauf. Das ist die unübersichtliche, unvorhersehbare Welt, in der ein Kampfagent überleben muss.
Die X-62A selbst ist das perfekte Labor dafür. Es handelt sich um eine einzelne, unschätzbar wertvolle NF-16D, die so umgebaut wurde, dass sie die Flugeigenschaften nahezu jedes Flugzeugs imitieren kann, und sie fliegt mit der Testpilotenschule der US Air Force in Edwards. Die Übergabe ihrer Steuerung an eine Software ist genau die Art von Hochseiltest, für die sie entwickelt wurde.
Siebenundzwanzig Abfangeinsätze sind kein Krieg. Aber es bedeutet, dass eine Maschine ein Ziel selbstständig erfasst und es immer wieder anvisiert, ohne dass das Cockpit eingreifen muss. Vor einigen Jahren war das noch eine Folie in einer Einsatzbesprechung. Heute ist es ein Eintrag im Flugbuch.
Quellen: Pressemitteilung von Lockheed Martin Skunk Works (4. August 2026); DVIDS; Aviation Week; The War Zone; AeroTime.




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