Wenn man die großen Jagdflugzeuge des Zweiten Weltkriegs aufzählt, fallen einem meist die Spitfire, die Mustang, die Bf 109 und die Zero ein. Die Macchi C.202 Folgore wird hingegen selten erwähnt – und das ist ein Fehler. In den richtigen Händen konnte dieser elegante italienische Jäger eine Spitfire im Kurvenkampf und eine P-40 in der Flughöhe übertreffen. Er hatte nur eine gravierende Schwäche, und die war fatal: Er besaß kaum Bordkanonen.
Kurzinfo
| Flugzeug | Macchi C.202 Folgore (“Thunderbolt”) |
| Designer | Mario Castoldi |
| Motor | Lizenzgefertigter Daimler-Benz DB 601 (Alfa Romeo RA.1000) |
| Erster Flug | 10. August 1940 |
| Konfiguration | Einmotorig, einsitzig |
| Rüstung | Lediglich zwei 12,7-mm- und zwei 7,7-mm-Maschinengewehre. |
| Gebaut | Ungefähr 1.100–1.150 |
| Theater | Malta, Nordafrika, das Mittelmeer, die Ostfront |
Ein deutsches Herz in einer italienischen Flugzeugzelle
Italiens Jagdflugzeuge der frühen Kriegsjahre waren zwar wendig, aber langsam, da sie unter schwachen Sternmotoren litten. Die Folgore änderte dieses Problem. Konstrukteur Mario Castoldi – der Mann hinter Italiens rekordverdächtigen Rennwagen der Schneider Trophy – nahm die frühere C.200 Saetta mit Sternmotor und rüstete sie mit einer in Lizenz gefertigten Version desselben deutschen Daimler-Benz DB 601-Reihenmotors aus, der auch die … antrieb. Messerschmitt Bf 109. Das Ergebnis, das im August 1940 seinen Erstflug absolvierte, war eine Transformation.

Die Folgore war schnell, perfekt ausbalanciert und ein hervorragender Sturzflieger. Über Malta und Nordafrika stellten ihre Piloten fest, dass sie Hurricanes und P-40s im Kurvenkampf übertreffen und sich gegen die Spitfire behaupten konnten, die vor allem im Steigflug überlegen war. Im Sommer 1942 erzielten die C.202-Einheiten in Nordafrika eine Abschussquote, die sogar die der Bf 109 übertraf.
Diejenigen, die dagegen gekämpft haben, haben es am Ende respektiert.
Schön, tödlich – und unterbewaffnet
Hier lag die Tragödie. Trotz ihrer hervorragenden Flugeigenschaften war die C.202 feuerkrafttechnisch schwach: lediglich zwei 12,7-mm-Maschinengewehre und zwei 7,7-mm-Maschinengewehre im Gewehrkaliber, aber keine Kanone. Während Spitfires und Bf 109 mit 20-mm-Kanonen ausgestattet waren, die ein Flugzeug in Stücke reißen konnten, gelang es den Folgore-Piloten oft zwar, dem Gegner dicht auf den Fersen zu bleiben, doch fehlte ihnen schlicht die Feuerkraft, um den Abschuss zu vollenden.

Es war auch nie in den von Italien benötigten Stückzahlen verfügbar. Lediglich etwa 1.100 bis 1.150 Stück wurden von drei Herstellern gefertigt, und die italienische Industrie konnte mit der Kriegsproduktion nicht Schritt halten. Die vermeintlich endgültige Lösung – eine mit einer Kanone bewaffnete, leistungsstärkere Weiterentwicklung namens C.205 Veltro – traf nur in geringen Stückzahlen und zu spät ein, um noch etwas zu ändern.
Die Folgore verdient es, als eines der besten Jagdflugzeuge ihrer Zeit in Erinnerung zu bleiben, geflogen von fast allen großen italienischen Jagdfliegern. Hätte man sie mit der gleichen Bewaffnung wie ihre Konkurrenten ausgestattet und tausendfach gebaut, wäre der Luftkrieg über dem Mittelmeer wohl ganz anders verlaufen. So aber war die Thunderbolt ein hervorragendes Flugzeug, dem es nie wirklich gelang, sein volles Potenzial auszuschöpfen.
Häufig gestellte Fragen
Was war der Macchi C.202 Folgore?
Warum war die Folgore so viel besser als frühere italienische Kampfflugzeuge?
Könnte die Folgore eine Spitfire schlagen?
Was war mit der Folgore nicht in Ordnung?
Wer hat die Folgore entworfen?
Quellen: Mike Spick; AvBuyer; Wikipedia.




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