Riad Air gibt Freigabe für Flüge nach Peking und Shanghai

von | 17. Juli 2026 | Luftfahrtwelt, Nachricht | 0 Kommentare

Zweieinhalb Wochen nach dem Erstflug der zahlenden Passagiere hat die brandneue saudische Fluggesellschaft Riyadh Air die Schlüssel zum zweitgrößten Luftfahrtmarkt der Welt erhalten. Riyadh Air fliegt nach China.

Die chinesische Zivilluftfahrtbehörde hat der Fluggesellschaft die Genehmigung für Flüge nach Peking und Shanghai erteilt – drei wöchentliche Flüge nach Peking Daxing und vier nach Shanghai Pudong. Für eine Airline, die erst am 1. Juli den Linienbetrieb aufgenommen hat, ist diese schnelle Expansion nach China ein klares Bekenntnis.

Kurzinfo

FluggesellschaftRiyadh Air – Saudi-Arabiens neue nationale Fluggesellschaft
GenehmigungZivile Luftfahrtbehörde Chinas (CAAC)
Peking3 wöchentliche Flüge nach Peking Daxing
Shanghai4 wöchentliche Flüge nach Shanghai Pudong
EingeführtErster Passagierverkehr am 1. Juli 2026 (nach London)
FlotteBoeing 787-9 Dreamliner, die Flotte soll bis Ende Juli auf 8 Flugzeuge anwachsen.
Ehrgeiz22 Reiseziele bis März 2027; ein globales Drehkreuz für Saudi Vision 2030

Von Null nach China in zwei Wochen

Riyadh Air ist keine etablierte Fluggesellschaft, die sich langsam auf eine neue Route einarbeitet. Es handelt sich um ein Start-up-Unternehmen, das vom saudischen Staatsfonds unterstützt wird und von Grund auf neu gegründet wurde, um die saudische Hauptstadt zu einem globalen Drehkreuz zu entwickeln und die Tourismusziele des Landes im Rahmen der Vision 2030 voranzutreiben. Der Erstflug nach London startete erst vor knapp zwei Wochen.

Die frühzeitige Genehmigung durch die chinesischen Regulierungsbehörden ist von großer Bedeutung, da der chinesische Markt schwer zugänglich ist: Slots, bilaterale Rechte und die Genehmigung der CAAC werden streng kontrolliert. Mit sieben wöchentlichen Verbindungen nach Peking und Shanghai sichert sich Riyadh Air sofort einen Platz in einem der lukrativsten Langstreckenmärkte der Welt.

Eine Boeing 787 der Riyadh Air in ihrer indigoblauen Lackierung
Eine Boeing 787-9 der Riyadh Air in der markanten indigoblauen Lackierung der Fluggesellschaft. Foto: Wikimedia Commons

Der China-Plan ist nicht neu – es ist ein Versprechen, das eingelöst wird. Bereits 2023 legte Vorstandschef Tony Douglas genau dieses Ziel dar.

“Wir hoffen, im Jahr 2026 eine Direktverbindung von Riad nach Peking anbieten zu können, und wir hoffen auch, mehr Flüge zu anderen Städten wie Shanghai, Guangzhou und Chengdu anbieten zu können.”
Tony Douglas — CEO von Riyadh Air (im Jahr 2023)

Ein auf Geschwindigkeit gebauter Hub

Douglas hat angekündigt, dass die Flotte durch die anstehenden Auslieferungen bis Ende Juli auf acht Flugzeuge anwachsen und das Streckennetz bis März 2027 auf 22 Ziele erweitert wird. Die Fluggesellschaft erwägt sogar eine Bestellung von 30 weiteren 787 Dreamlinern zusätzlich zu ihren bestehenden Aufträgen – ein Zeichen dafür, dass sie eher auf schnelles als auf vorsichtiges Wachstum setzt.

Das Rückgrat all dessen ist die 787-9: Sie bietet große Reichweite, ist effizient und komfortabel genug, um einen neunstündigen Flug nach Shanghai zu einem Verkaufsargument und nicht zu einer Geduldsprobe zu machen. Für Riyadh Air ist jede neue Langstreckenstadt ein weiterer Baustein in einem Hub-and-Spoke-Netzwerk, das sie in Echtzeit erweitert.

Das größere Spiel

China und Saudi-Arabien vertiefen ihre Beziehungen in den Bereichen Handel, Energie und Tourismus, und direkte Flugverbindungen sind das Bindeglied, das diese Beziehungen greifbar macht. Für Reisende bedeutet dies eine neue Option mit nur einem Zwischenstopp zwischen Ostasien und Europa, dem Golf und Afrika – mit Verbindungen über Riad anstelle der etablierten Drehkreuze Dubai, Doha oder Abu Dhabi.

Die etablierten Fluggesellschaften haben jahrzehntelangen Vorsprung. Doch Riyadh Air verfügt über Kapital, moderne Jets und eine Regierung, die entschlossen ist, das Projekt zum Erfolg zu führen – und jetzt, nur zwei Wochen nach dem Start, hat sie China bereits auf der Landkarte.

Ein Blick in die neue 787-9 von Riyadh Air und ihren Jungfernflug.

Quellen: Aviation Week; Simple Flying; Aviation A2Z; Travel And Tour World.

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