Jahrelang schien der Wettlauf um die Entwicklung von “Roboter-Wingmen” – unbemannten Kampfjets, die an der Seite menschlicher Piloten eingesetzt werden – eine rein amerikanische und australische Angelegenheit zu sein. Doch innerhalb einer einzigen Juniwoche meldete sich auch Europa zu Wort.
Auf der ILA in Berlin präsentierten zwei sehr unterschiedliche europäische Unternehmen innerhalb eines Tages zwei völlig verschiedene Kampfdrohnen. Airbus, der europäische Luft- und Raumfahrtgigant, enthüllte die U760 Ravenstorm. Helsing, ein schnell wachsendes Start-up-Unternehmen für Verteidigungssoftware, konterte mit der CA-1EA. Beide Drohnen deuten darauf hin, dass Kampfpiloten der Zukunft nur noch selten allein fliegen werden.
Kurzinfo
| Ereignis | ILA Berlin, 10. Juni 2026 |
| Airbus U760 Ravenstorm | 13 m lange, 6 Tonnen schwere, getarnte Kampfdrohne; Einsatzbeginn ca. 2032 |
| Helsing CA-1EA | 11 m lange, 4 Tonnen schwere Drohne für elektronische Kampfführung; Einsatzbeginn ca. 2031 |
| Beide Teams mit | Der Eurofighter Typhoon |
| Gemeinsame Idee | KI-gestützte “kollaborative Kampfflugzeuge”, die mit bemannten Kampfflugzeugen fliegen |
| Warum jetzt? | Europa will souveräne Roboter-Flügelmänner – und weniger Abhängigkeiten von den USA. |
Airbus bringt die Kraft mit.
Die Ravenstorm ist ein vollwertiges Kampfflugzeug im Miniaturformat: 13 Meter lang, 10 Meter Spannweite, rund sechs Tonnen schwer und mit über 500 Kilogramm interner Bewaffnung ausgestattet, um ihre Tarnkappenfähigkeit zu gewährleisten. Ihre Pfeilflügel, die schräg gestellten Doppelleitwerke und der Lufteinlass auf dem Rücken weisen alle in dieselbe Richtung – sie ist darauf ausgelegt, unbemerkt in verteidigte Lufträume einzudringen, bevor bemannte Jets eintreffen, und je nach Missionsanforderung Raketen, Bomben oder Störsender zu transportieren.
Entscheidend ist, dass Airbus nicht nur eine einzelne Drohne, sondern eine ganze Familie verkauft. Die Ravenstorm teilt sich ein gemeinsames autonomes Steuerungssystem – von Airbus MARS genannt – mit seinen anderen unbemannten Fluggeräten. Und da eine komplett neue europäische Entwicklung Zeit braucht, setzt Airbus zunächst ein Übergangsmodell ein: die U740 Valkyrie, basierend auf der amerikanischen Kratos XQ-58A. Sie soll der deutschen Luftwaffe bis 2029 ein Fluggerät zur Verfügung stellen, bevor die in Europa entwickelte Ravenstorm um 2032 einsatzbereit sein wird.
Helsing bringt die Köpfe mit.
Während Airbus der etablierte Anbieter ist, gilt Helsing als der innovative Vorreiter – ein Softwareunternehmen, das die Autonomie und nicht die Flugzeugzelle als die größte Herausforderung bei autonomen Kampfflugzeugen ansieht. Die CA-1 Europa, die in Zusammenarbeit mit Grob Aircraft in Bayern gebaut wird, ist nun in zwei Varianten erhältlich: die CA-1KA für kinetische Angriffe (Erstflug geplant für 2027) und die neu vorgestellte CA-1EA für elektronische Angriffe (geplanter Einsatz ab 2031).
Die EA-Variante ist der Hingucker. Anstatt aus sicherer Entfernung zu stören, ist sie als Begleitstörsender konzipiert – und fliegt bis zu 100 Kilometer weit. voraus Ein Eurofighter-Paket, das direkt in die feindlichen Radaranlagen fliegt, um diese zu blenden, bevor die Piloten eintreffen. Er verfügt sogar über einen zweiten Generator, um seine energieintensive Störanlage zu betreiben. Europa besitzt derzeit kaum ein Flugzeug, das dazu in der Lage ist; diese Aufgabe wurde lange Zeit von der EA-18G Growler der US Navy übernommen.

Warum Europa plötzlich in Eile ist
Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Europas Kampfpiloten fliegen Eurofighter und Rafales Diese Technologie muss bis in die 2030er-Jahre relevant bleiben, während die FCAS- und GCAP-Programme der nächsten Generation nur langsam Realität werden. Kostengünstige, entbehrliche, KI-gesteuerte Begleitflugzeuge bieten eine Möglichkeit, die Kampfkraft und Überlebensfähigkeit jetzt zu erhöhen – und zwar ohne von Flugzeugzellen abhängig zu sein, deren Verfügbarkeit Washington einschränken kann.
Das Feld ist bereits dicht besetzt: Boeing und Rheinmetall drängen auf die MQ-28 Ghost Bat, General Atomics bietet ein eigenes Design an, und Baykar und Leonardo fliegen die Kızılelma. Berlin hat gezeigt, dass Europa dieses Rennen nicht länger von der Tribüne aus beobachten will. Es will seine eigenen Kampfflugzeuge an vorderster Front – sodass zunehmend ein Roboter und nicht ein Pilot die erste Rakete abfängt.
Quellen: Army Recognition; FlightGlobal; The War Zone; Airbus; Helsing; ILA Berlin 2026.
Verwandte Fragen
Was sind “Roboter-Wingmen”?
Robotergestützte Kampfflugzeuge, auch bekannt als kollaborative Kampfflugzeuge, sind unbemannte Jets, die neben bemannten Kampfflugzeugen fliegen und von KI und dem Piloten gesteuert werden, um aufzuklären, zu stören oder anzugreifen. Auf der ILA Berlin im Juni 2026 stellten Airbus und Helsing zwei europäische Entwürfe vor und schlossen sich damit gemeinsamen Initiativen wie … an. ein bemanntes Kampfflugzeug steuert eine Drohne in der Türkei.
Was ist der Airbus Ravenstorm?
Die U760 Ravenstorm ist die Tarnkappen-Kampfdrohne von Airbus, die auf der ILA Berlin 2026 vorgestellt wurde. Sie ist etwa 13 Meter lang, hat eine Spannweite von 10 Metern, wiegt rund sechs Tonnen und trägt intern über 500 kg Waffen, um ihre Tarnkappeneigenschaften zu erhalten. Die Indienststellung wird um 2032 erwartet.
Was ist die Helsing CA-1EA?
Die CA-1EA ist eine elektronische Kampfdrohne des schnell wachsenden europäischen Software-Startups Helsing. Sie ist etwa elf Meter lang und wiegt vier Tonnen. Die Drohne ist für den Einsatz mit dem Eurofighter Typhoon konzipiert und soll voraussichtlich um 2031 in Dienst gestellt werden.
Warum will Europa eigene Kampfdrohnen?
Europa wünscht sich souveräne “Roboter-Flügelmänner”, um die Abhängigkeit von den Vereinigten Staaten zu verringern und die Kontrolle über kritische Verteidigungstechnologien zu behalten. Dieser Vorstoß erfolgt inmitten umfassender Turbulenzen bei europäischen Kampfflugzeugprojekten, darunter das problembehaftete FCAS-Programm der sechsten Generation.
Was ist ein kollaboratives Kampfflugzeug (CCA)?
Ein CCA (Combat Combat Aircraft) ist ein KI-gestütztes, unbemanntes Flugzeug, das für den Einsatz im Team mit bemannten Kampfflugzeugen konzipiert ist. Die USA haben in jüngster Zeit die schnellsten Fortschritte erzielt. die ersten Roboter-Kampfroboter für die Massenproduktion freigeben, Und nun schicken auch Europa, Australien und andere Länder ihre eigenen ins Rennen.
Was ist die Kratos XQ-58A Valkyrie?
Die XQ-58A Valkyrie ist eine in den USA gebaute Kampfdrohne. Airbus setzt eine Version, die U740 Valkyrie, als kurzfristigen Ersatz ein, um der deutschen Luftwaffe bis 2029 ein einsatzfähiges Fluggerät zu bieten, bevor die in Deutschland entwickelte Ravenstorm um 2032 einsatzbereit ist.




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