Kurzinfo
Hersteller: Cambridge Aerospace (britisches Startup, gegründet 2024)
System: Skyhammer – ein aus einem Rohr gestarteter, radargelenkter Abfangjäger
Geschwindigkeit: 700 km/h (Mach 0,58)
Reichweite: 30+ km
Ziel: Angriffsdrohnen der Shahed-Klasse und Unterschall-Marschflugkörper
Erste Auslieferungen: Mai 2026
Gründer: Steven Barrett (Luft- und Raumfahrtforscher am MIT, Professor in Cambridge)
Vom Campus zum Kampf
Steven Barrett ist kein typischer Gründer eines Rüstungs-Startups. Als Regius Professor für Ingenieurwesen an der Universität Cambridge und ehemaliger Leiter der Luft- und Raumfahrtforschung am MIT gründete Barrett Cambridge Aerospace zusammen mit Chris Sylvan – dem ehemaligen Direktor von Anduril für Europa, den Nahen Osten und Afrika – und dem ehemaligen britischen Verteidigungsminister Grant Shapps. Das Unternehmen sammelte im ersten Jahr über 130 Millionen Pfund ein, darunter 100 Millionen Pfund in einer Serie-A-Finanzierungsrunde, die von Spark Capital, Lakestar, Lux, Accel und dem ukrainischen D3-Fonds unterstützt wurde. Die Argumentation war simpel: Westliche Luftverteidigungssysteme sind zu teuer. Eine einzelne ASRAAM-Rakete kostet rund 200.000 Pfund. Eine Shahed-Drohne kostet etwa 20.000 Pfund. Die Rechnung geht nicht auf. Skyhammer soll diese Lücke schließen – ein turbojetgetriebener Abfangjäger mit einem Gewicht von nur 18 Kilogramm, einer Länge von weniger als einem Meter und einer Spannweite von 1,3 Metern, der ungefähr so viel kostet wie die Drohne, die er abschießen soll.
Warum Geschwindigkeit wichtiger ist als Perfektion
Der Zeitplan des Vertrags erzählt eine Geschichte, die Beschaffungsbeamte im Verteidigungsbereich der NATO genau beobachten werden. Cambridge Aerospace schaffte es in etwa sechs Wochen von der Gründung bis zum Erstflug. Vom Erstflug bis zum Produktionsauftrag des Verteidigungsministeriums vergingen rund vierzehn Monate. Und Healey versprach erste Lieferungen an die britischen Streitkräfte innerhalb weniger Wochen nach der Bekanntgabe. Diese Geschwindigkeit ist beabsichtigt. Die Bedrohung durch Drohnen entwickelt sich schneller, als traditionelle Verteidigungsprogramme mithalten können. Die Ukraine hat bewiesen, dass billige, in Serie gefertigte Drohnen gepanzerte Fahrzeuge, Radarstationen und Logistikzentren neutralisieren können. Irans Shahed-Programm hat gezeigt, dass dieselben Waffen in industriellem Maßstab produziert und an Stellvertretertruppen weltweit exportiert werden können.Starhammer: Der nächste Schritt
Cambridge Aerospace arbeitet bereits an einem leistungsfähigeren System. Starhammer, ein höherwertiger Abfangjäger, soll Mach 2 erreichen und eine Reichweite von 10 Kilometern haben, um schnellere Ziele zu bekämpfen, die Skyhammer nicht erfassen kann. Gelingt es dem Unternehmen, sein Entwicklungstempo beizubehalten, könnte Starhammer innerhalb von Monaten statt Jahren vom Prototyp zur Serienreife gelangen. Die übergeordnete Erkenntnis daraus, die Verteidigungsministerien im Westen zunehmend verinnerlichen, lautet: Im Zeitalter der Drohnenkriegsführung gewinnt nicht das Land mit der teuersten Rakete. Entscheidend ist das Land, das kostengünstige und effektive Abfangjäger schneller produzieren kann als der Gegner kostengünstige und effektive Drohnen. Cambridge Aerospace setzt alles daran, genau dieser Hersteller zu sein.Quellen: The Aviationist, Britisches Verteidigungsministerium, Defence Blog, Army Technology
Verwandte Fragen
Was ist Skyhammer von Cambridge Aerospace?
Skyhammer ist ein kostengünstiger Abfangjäger des britischen Startups Cambridge Aerospace, der Kampfdrohnen des Typs Shahed zu etwa dem Preis der Drohne selbst abschießen soll. Das 2024 gegründete Unternehmen entwickelte Skyhammer innerhalb von rund 14 Monaten vom Erstflug bis zum Produktionsvertrag mit dem britischen Verteidigungsministerium. Die ersten Auslieferungen sind für Mai 2026 geplant.
Warum sollte man einen billigen Drohnenabwehrroboter bauen?
Billige Abfangjäger sind wichtig, weil Angriffsdrohnen wie die Iranisch entworfener Shahed Da sie wenig kosten, ist die Verteidigung mit millionenschweren Raketen wirtschaftlich nicht tragbar. Cambridge Aerospace entwickelte Skyhammer, um eine Shahed-Drohne zu etwa dem gleichen Preis wie die Drohne selbst zu zerstören und so eine nachhaltige Luftverteidigung erschwinglich zu machen.
Was ist eine Shahed-Drohne?
Die Shahed ist eine iranische Loitering Munition, auch Kamikaze-Drohne genannt, die ihr Ziel anfliegt und detoniert. Die kostengünstige und in Massenproduktion hergestellte Shahed wurde in großer Zahl gegen die Ukraine eingesetzt, was die Nachfrage nach preiswerten Gegenmaßnahmen wie dem britischen Abfangjäger Skyhammer ankurbelte.
Wie schnell wurde der Skyhammer entwickelt?
Bemerkenswert schnell. Cambridge Aerospace, gegründet 2024, entwickelte Skyhammer innerhalb von sechs Wochen vom Reißbrett bis zum Erstflug, innerhalb eines Jahres zum Regierungsauftrag und im Mai 2026 zu den ersten Auslieferungen – insgesamt also in rund 14 Monaten, im Vergleich zu den üblicherweise zehn Jahren für größere Beschaffungsvorgänge. Diese Geschwindigkeit spiegelt wider das billige, schnelle Drohnen-gegen-Drohnen-Wettrüsten.
Wer hat den britischen Skyhammer-Vertrag bekannt gegeben?
Der britische Verteidigungsminister John Healey gab am 10. April 2026 auf der Londoner Verteidigungskonferenz den Produktionsvertrag für das Skyhammer-System bekannt und bezeichnete es als Vorbild für die zukünftige Bewaffnung Großbritanniens im Drohnenzeitalter. Der Auftrag ging an Cambridge Aerospace, die ersten Auslieferungen sind für Mai 2026 geplant.
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