Am Morgen des 7. Dezember 1941 gehörte der Himmel über Pearl Harbor fast vollständig den Angreifern. Fast. Während Schlachtschiffe brannten und die meisten amerikanischen Flugzeuge am Boden zerstört wurden, gelang es einigen Piloten, in die Luft zu steigen und zurückzuschlagen. Der erfolgreichste von ihnen war ein 23-jähriger Leutnant namens George Welch.
Noch im Smoking von der durchzechten Nacht fuhr Welch durch das Chaos zu einem kleinen Hilfsflugfeld, startete mitten in den Angriff und schoss vier feindliche Flugzeuge ab. Es war einer der wenigen amerikanischen Siege an diesem katastrophalen Morgen.
Kurzinfo
- WHO: George S. Welch (1918–1954), Jagdflieger der USAAF und späterer Testpilot
- 7. Dezember 1941: Er startete während des Angriffs auf Pearl Harbor mit Kenneth Taylor in einer Curtiss P-40 von Haleiwa aus.
- Mit freundlicher Genehmigung: vier japanische Flugzeuge wurden an diesem Morgen abgeschossen
- Vergeben: Distinguished Service Cross (eine Nominierung für die Medal of Honor wurde nicht befürwortet)
- Aufzeichnungen aus dem Zweiten Weltkrieg: ein Jagdflieger mit 16 Luftsiegen über den Pazifik
- Nachkriegszeit: Cheftestpilot für North American Aviation – F-86 Sabre und F-100 Super Sabre
- Gestorben: 12. Oktober 1954, Test einer F-100A Super Sabre
Ein Smoking, eine P-40 und eine gehörige Portion Nerven
Welch und sein Freund Kenneth Taylor hatten die ganze Nacht auf einer Tanzveranstaltung verbracht, als die Bomben fielen. Anstatt Deckung zu suchen, riefen sie voraus zu dem kleinen Feld bei Haleiwa an der Nordküste von Oahu, wo einige P-40-Jäger abseits der Hauptziele standen, und rasten unter Beschuss mit dem Auto dorthin.
Aus der Luft und nur mit Maschinengewehren im Gewehrkaliber bewaffnet, stürzte sich Welch in zwei Einsätzen über Oahu in japanische Flugzeugformationen – wobei er zwischendurch landete, um sich neu zu bewaffnen, während der Angriff noch tobte. Am Ende des Vormittags wurden ihm vier Abschüsse zugeschrieben.

Eine Medaille verweigert
Welchs kommandierender General, Hap Arnold, soll ihn für die Ehrenmedaille vorgeschlagen haben. Diese wurde ihm jedoch verweigert, da Welch ohne Befehl gestartet war. Stattdessen erhielt er das Distinguished Service Cross und wurde später zum Jagdflieger mit 16 Luftsiegen im Pazifik, bevor Malaria seine Kampfkarriere beendete.

Das Ende des Testpiloten
Nach dem Krieg wurde Welch Testpilot bei North American Aviation und flog den Prototyp des F-86 Sabre und später die F-100 Super Sabre. Es hält sich hartnäckig die Geschichte, dass Welch die XP-86 Wochen vor Chuck Yeagers offiziellem Rekord im Sturzflug kurzzeitig durch die Schallmauer gebracht haben könnte – eine unbewiesene und von anderen Piloten widerlegte Behauptung. Welch selbst hat dies nie für sich beansprucht, und es bleibt Legende. Im Oktober 1954 verließ ihn schließlich das Glück: Eine F-100A zerbrach bei einem Hochgeschwindigkeits-Teststurzflug, und der Mann, der Pearl Harbor überlebt hatte, kam ums Leben.
Am besten erinnert man sich an ihn wegen eines einzigen Morgens – des Piloten, der entgegen aller Wahrscheinlichkeit zurückschlug.
Quellen: Wikipedia; Gordon Prange, "At Dawn We Slept"; This Day in Aviation; History.com. Die Behauptung, vor Yeager Überschallgeschwindigkeit erreicht zu haben, wird als umstrittene, unbewiesene Geschichte dargestellt.
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