Am Frankfurter Flughafen, dem verkehrsreichsten Frachtdrehkreuz Europas, hat Lufthansa Cargo den ersten Teil einer 600-Millionen-Euro-Investition in die Automatisierung in Betrieb genommen. Herzstück ist ein 42 Meter hohes Lager, das weitgehend autonom arbeitet.
Das neue, vollautomatisierte Hochregallager fasst fast 3.000 Großpaletten und kann über 300 Ein- und Auslagerungsvorgänge pro Stunde durchführen – etwa doppelt so viele wie die alte Halle. Es ging am 26. Juni 2026 als Phase “ALPHA” des Projekts LCCevo in Betrieb.
Das Ziel ist klar: Bis 2030 soll das Lufthansa Cargo Center zum modernsten Luftfrachtdrehkreuz Europas ausgebaut werden.
Kurzinfo
| Was | Erste Phase (“ALPHA”) der LCCevo-Überholung des Lufthansa Cargo Centers |
| Wo | Flughafen Frankfurt (FRA) |
| Geöffnet | 26. Juni 2026 |
| Investition | Rund 600 Millionen Euro |
| Kernstück | Ein 42 Meter hohes, vollautomatisiertes Hochregallager – ca. 3.000 Palettenstellplätze, über 300 Warenbewegungen pro Stunde |
| Ziel | Europas modernstes Luftfrachtdrehkreuz bis 2030 |
Ein Lagerhaus, das sich selbst betreibt
Das Herzstück der Modernisierung ist das automatisierte Hochregallager. Krane befördern Paletten in einem 42 Meter hohen Regal auf und ab – ganz ohne Gabelstapler und Fahrer. Intelligente Handhabungssysteme entscheiden, wohin jede Sendung gelangt und wie sie verknüpft wird. Ein separates, ebenfalls automatisiertes Palettenlager nimmt die anspruchsvollsten Güter auf – temperaturempfindliche Pharmazeutika und Spezialfracht, die nicht auf einem heißen Vorfeld gelagert werden kann.
Eine Verdopplung der Kapazität ist wichtig, aber Geschwindigkeit ist noch wichtiger. Im Luftfrachtverkehr entscheiden die Anschlusszeiten über Erfolg oder Misserfolg: die Minuten zwischen Frachter, Frachtraum eines Passagierflugzeugs und LKW am Gate. Automatisierung beseitigt Fehler und Wartezeiten.

Warum Frankfurt, warum gerade jetzt?
Frankfurt ist der Hauptsitz von Lufthansa Cargo und das wichtigste Frachtdrehkreuz des Kontinents. Das bestehende Frachtzentrum war seinen Anforderungen nicht mehr gewachsen. Der Boom im E-Commerce und die hohen Anforderungen der Pharmalogistik belohnen Betreiber, die präzise und zeitkritische Sendungen fehlerfrei abwickeln können. In der ersten Phase wird die veraltete Infrastruktur durch intelligente Systeme ersetzt – und die Nachhaltigkeit wird durch die Installation von Photovoltaikanlagen auf rund 19.000 Quadratmetern Dachfläche gefördert.
Erste Phase von vielen
ALPHA ist nur der Auftakt. Die Phasen BRAVO und CHARLIE folgen in den kommenden Jahren, und das gesamte 80.000 Quadratmeter große Drehkreuz soll bis 2030 umgestaltet sein. Lufthansa modernisiert das Frachtzentrum im laufenden Betrieb – eine Art Herzoperation an einem noch in Betrieb befindlichen Frachtzentrum.
Der Reiz der Luftfracht lag immer im Flugzeug. Doch zunehmend gehört die Zukunft den Gebäuden, mit denen sie verbunden werden – und in Frankfurt hat dieses Gebäude begonnen, selbstständig zu denken.
Quellen: Lufthansa Cargo; Container News; Air Cargo Week.
Verwandte Fragen
Welches Unternehmen eröffnete Lufthansa Cargo in Frankfurt?
Am 26. Juni 2026 eröffnete Lufthansa Cargo die erste Phase einer rund 600 Millionen Euro teuren Modernisierung ihres Lufthansa Cargo Centers am Flughafen Frankfurt, genannt LCCevo. Herzstück ist ein 42 Meter hohes, vollautomatisiertes Hochregallager.
Wie groß ist das neue automatisierte Lager?
Das automatisierte Hochregallager ist 42 Meter hoch und bietet Platz für fast 3.000 große Paletten. Es kann mehr als 300 Ein- und Auslagerungsvorgänge pro Stunde durchführen und verdoppelt damit die bisherige Kapazität nahezu.
Wie viel investiert Lufthansa in das Frankfurter Frachtdrehkreuz?
Lufthansa Cargo investiert rund 600 Millionen Euro in die Modernisierung ihres Frankfurter Drehkreuzes mit einer Fläche von etwa 80.000 Quadratmetern. Ziel ist es, es bis 2030 zum modernsten Luftfrachtdrehkreuz Europas zu machen.
Was ist LCCevo?
LCCevo ist der Name, den Lufthansa Cargo für die mehrphasige Modernisierung ihres Frachtzentrums in Frankfurt verwendet. Die erste Phase, ALPHA genannt, wurde im Juni 2026 eröffnet; die Phasen BRAVO und CHARLIE folgen in den kommenden Jahren.
Warum sollte man ein Luftfrachtzentrum automatisieren?
Automatisierung erhöht die Kapazität, reduziert Fehler bei der Abwicklung und beschleunigt die zeitkritischen Verbindungen zwischen Frachtflugzeugen, Frachträumen von Passagierflugzeugen und Lkw. Sie ist besonders wertvoll für empfindliche Güter wie beispielsweise Arzneimittel, die keine Verzögerungen tolerieren.
Wann wird das Frachtprojekt in Frankfurt abgeschlossen sein?
Lufthansa Cargo strebt die vollständige Transformation bis 2030 in mehreren aufeinanderfolgenden Phasen an. Die ALPHA-Phase begann im Juni 2026, gefolgt von den Phasen BRAVO und CHARLIE.
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