SAS setzt seine Langstreckenzukunft auf Airbus

von | 27. Juni 2026 | Luftfahrtwelt, Nachricht | 0 Kommentare

Vor drei Jahren war SAS ein abschreckendes Beispiel. Die skandinavische Fluggesellschaft befand sich im Insolvenzverfahren, verkaufte Flugzeuge und wurde in der Fachpresse bereits als die nächste große europäische Airline abgeschrieben, die verschwinden würde. Im Juni 2026 tut sie etwas, was nur eine selbstbewusste Fluggesellschaft tut: Sie investiert Milliarden in das nächste Jahrzehnt.

SAS steht kurz vor dem Abschluss eines Vertrags mit Airbus über bis zu 20 neue Großraumflugzeuge – eine flexible Mischung aus A330neo und A350 –, um ihre Langstreckenflotte zu modernisieren. Und der aufschlussreichste Aspekt dieser Entscheidung ist nicht, was SAS kauft, sondern was sie kauft. nicht.

Boeing war anwesend. Sowohl der 787 Dreamliner als auch die 777X standen zur Auswahl. SAS prüfte beide Modelle und entschied sich schließlich für Airbus.

Kurzinfo
  • WHO: SAS Scandinavian Airlines
  • Die Abmachung: Es sollen bis zu 20 neue Großraumflugzeuge in Betrieb genommen werden – eine flexible Mischung aus Airbus A330neo und A350
  • Auserwählt gegenüber: Boeings 787 und 777X
  • Lieferungen: erwartet ab Anfang der 2030er Jahre
  • Die Logik: SAS fliegt bereits mit den A350 und A330 auf Langstrecken, daher vermeidet die Beibehaltung von Airbus die Kosten für einen komplett neuen Flottentyp.
  • Hintergrund: SAS ging 2024 aus dem Insolvenzverfahren hervor und gehört nun zu einer von Air France-KLM geführten Eigentümergruppe.

Warum Boeing ohne eigenes Verschulden verloren hat

Es handelte sich nicht um eine Abstimmung über den Dreamliner, der ein hervorragendes Flugzeug ist. Es war eine Entscheidung über Gemeinsamkeiten – jene stille, unscheinbare Kraft, die mehr Flottenbestellungen prägt als jede Hochglanzbroschüre.

SAS setzt auf ihren Langstrecken bereits den Airbus A350-900 und den A330-300 ein. Die Piloten sind auf diesen Flugzeugtypen geschult, die Ingenieure kennen sie, und die Ersatzteillager sind entsprechend gefüllt. Mit weiteren Airbus-Großraumflugzeugen in der Flotte müsste sich daran kaum etwas ändern. Führt man hingegen eine Boeing ein, entsteht plötzlich ein zweites System: neue Musterberechtigungen, neue Simulatoren, neue Werkzeuge und neue Lagerbestände. Für eine Fluggesellschaft, die sich noch in der Sanierungsphase befindet, sind diese zusätzlichen Kosten entscheidend.

Ein Airbus A330-300 der SAS startet in Boston
SAS setzt die A330 und A350 bereits auf Langstrecken ein. Der Verbleib bei Airbus sichert ein einheitliches Flottenökosystem anstelle von zweien. (Wikimedia Commons)

A330neo und A350: Eine Bestellung, zwei Aufträge

Die Klugheit liegt in der Flexibilität. Durch die Bestellung einer Mischung aus dem kleineren, kostengünstigeren A330neo und dem größeren, reichweitenstärkeren A350 kann SAS die Flugzeuge optimal an die jeweilige Strecke anpassen, anstatt ein einziges Flugzeugmodell für alle Aufgaben einsetzen zu müssen. Weniger frequentierte Strecken werden mit dem effizienten A330neo bedient; die langen, stark frequentierten Flüge nach Asien und Nordamerika mit dem A350. Eine Bestellung, zwei Flugzeugtypen.

Der Auftrag wäre groß genug, sagte SAS-Chef Anko van der Werff, um “großes Interesse zu wecken”.”
— berichtet von Bloomberg, Februar 2026

Es ist auch ein Statement darüber, wo SAS heute steht. Nachdem die Fluggesellschaft 2024 unter der Führung von Air France und KLM das Insolvenzverfahren verlassen hat – und dabei von der Star Alliance zur SkyTeam gewechselt ist –, befindet sie sich nicht mehr in der Defensive. Die Bestellung von 20 Großraumflugzeugen mit Auslieferungen bis in die 2030er-Jahre ist ein Plan, den man nur dann aufstellt, wenn man auch in zehn Jahren noch Langstreckenflüge anbieten will.

Die unglamouröse Lektion

Die Passagiere werden sich an die neuen Kabinen, die Stimmungsbeleuchtung und die größeren Gepäckfächer erinnern. Doch der Grund für die aktuelle Bestellung hat damit nichts zu tun. Es geht um Schulungskosten, Ersatzteile und die – oft als banal empfundene – geniale Strategie, mehr von dem zu kaufen, was man bereits fliegen kann. In der kommerziellen Luftfahrt werden die wichtigsten Entscheidungen meist auf diese Weise getroffen.

Quellen: Bloomberg; AeroTime; Simple Flying; Air Data News.

Verwandte Fragen

Welches Flugzeug bestellt SAS?

SAS steht kurz vor dem Abschluss eines Vertrags über bis zu 20 Großraumflugzeuge von Airbus – eine flexible Mischung aus A330neo und dem größeren A350 – zur Erneuerung ihrer Langstreckenflotte. Die Auslieferung wird ab Anfang der 2030er Jahre erwartet.

Warum hat sich SAS für Airbus und gegen Boeing entschieden?

Gemeinsame Flotte. SAS betreibt bereits die Airbus A350-900 und A330-300 auf Langstrecken, sodass die Hinzunahme weiterer Airbus-Großraumflugzeuge die Kosten für die Einführung eines neuen Flugzeugtyps – neue Pilotenschulungen, neue Ersatzteillager und neue Bodenabfertigung – vermeidet, die eine Boeing 787 erfordert hätte.

Worin besteht der Unterschied zwischen dem A330neo und dem A350?

Beide sind zweistrahlige Airbus-Großraumflugzeuge. Die A330neo ist eine modernisierte, effizientere Version der älteren A330 mit neuen Triebwerken und stellt die kleinere, kostengünstigere Option dar; die A350 ist ein größeres, neueres Flugzeug in Kohlefaserverbundbauweise mit größerer Reichweite. Durch die Bestellung beider Flugzeugtypen kann SAS die Flugzeuggröße optimal an die jeweilige Flugstrecke anpassen.

Ist SAS finanziell gesund genug für einen Großauftrag?

SAS schloss 2024 eine gerichtlich überwachte Restrukturierung ab und verließ das Insolvenzverfahren nach Chapter 11. Die Fluggesellschaft ging unter neuer Führung von Air France-KLM hervor. Eine milliardenschwere Flottenbestellung ist ein Zeichen dafür, dass sich die Airline nun stabil genug fühlt, um das Wachstum im Langstreckenverkehr für das nächste Jahrzehnt zu planen.

Zu welcher Allianz gehört SAS aktuell an?

SAS verließ 2024 die Star Alliance und schloss sich SkyTeam an, wodurch sie sich mit dem neuen Miteigentümer Air France-KLM verbündete – eine Umstrukturierung, die ihr Langstreckennetz und ihre Partnerschaften neu gestaltet.

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