Der glücklichste Mann der Welt
Stellen Sie sich Folgendes vor: Es ist 1918, der Himmel über Europa gleicht einem chaotischen Ballett wirbelnder Doppeldecker, und unser Held, Captain John H. Hedley, sitzt hinten in einer Bristol F.2B, einem zweisitzigen Jagdflugzeug, mit seinem Piloten, Captain Reginald "Jimmy" Makepeace, am Steuer. Sie befinden sich mitten in einem Luftkampf, jenen hektischen, wirbelnden Luftduellen, die den Ersten Weltkrieg prägten. Plötzlich lenkt Makepeace die Maschine in einen atemberaubenden Sturzflug. Wohlgemerkt, das war die Zeit, bevor Fallschirme zur Standardausrüstung britischer Flieger gehörten. Die Offiziere befürchteten, sie würden dadurch weniger risikofreudig sein. Ein bisschen so, als würde man einem Seiltänzer sagen: "Keine Sorge, es gibt kein Netz, also werden Sie sich umso mehr konzentrieren!" Der plötzliche Sturzflug schleudert Hedley wie eine Kartoffel aus dem Flugzeug. Er stürzt, der Boden kommt immer näher, und es sieht so aus, als wäre es das Ende für unseren Helden.Eine Slipstream-Serenade

Werbematerial für John Hedleys Vortrag mit dem Titel "Streifzüge durch die Lüfte"."
Währenddessen in Deutschland…
Nun begeben wir uns auf die deutsche Seite der Schützengräben, wo ein anderer Flieger, Oberleutnant Otto Berla, seine eigene Begegnung mit der Schwerkraft hatte. Es ist der 24. Mai 1917, und Berla ist Beobachter an Bord eines Albatros Diesmal ist es kein Luftkampf, sondern eine plötzliche Turbulenz, die ihr Flugzeug in einen Sturzflug reißt. Berla hatte leider seinen Sicherheitsgurt nicht angelegt. (Lektion gelernt: Immer anschnallen, auch in einem Doppeldecker!) Er wird wie ein Korken aus einer Champagnerflasche aus dem Cockpit geschleudert. Er und das Flugzeug stürzen gemeinsam ab – eine bizarre Formation in der Luft.Eine Sperrholz-Punchline
Gerade als Berlas Glück ihn verlassen zu haben schien, hob ein plötzlicher Aufwind das Heck des Flugzeugs an, genau rechtzeitig, um den schnell sinkenden Berla zu treffen. Er krachte mit den Füßen voran durch die mit Sperrholz verkleidete Rumpfverkleidung und landete wieder im Cockpit, wenn auch mit einem leicht verformten Hinterteil. Man stelle sich den Papierkram vor: "Grund für die Verspätung: Beobachter hat sich spontan mit dem Schleudersitz aus dem Flugzeug katapultiert und ist durch den Rumpf wieder eingestiegen." Berla kehrte, wie Hedley, zur Basis zurück, vermutlich mit ein paar neuen grauen Haaren und einer Geschichte im Gepäck.Die Moral von der Geschichte?
Diese Geschichten zeugen von der schieren Unberechenbarkeit der frühen Luftfahrt. Sie erinnern uns auch daran, dass man manchmal, nur manchmal, wirklich Glück hat. Und falls Sie jemals aus einem Doppeldecker fallen sollten, denken Sie daran: Halten Sie sich fest und hoffen Sie auf einen Luftstrom oder einen glücklichen Aufwind! Unten ist ein Video aus dem Jahr 2011 über "Der glücklichste Mann der Welt" vom Kanal So seltsam es auch scheinen mag.Verwandte Fragen
Was ist die Geschichte von John Hedley, der aus einem Flugzeug stürzte?
Einer bekannten Anekdote aus dem Ersten Weltkrieg zufolge wurde der britische Beobachter Captain John Hedley 1918 bei einem steilen Sturzflug aus seiner Bristol F.2B geschleudert, stürzte durch die Luft und landete – als der Pilot die Maschine wieder stabilisierte – angeblich auf dem Heck und klammerte sich fest. Die Geschichte wird oft erzählt, ist aber schwer zu überprüfen.
Hatten die Piloten im Ersten Weltkrieg Fallschirme?
Zu Beginn des Ersten Weltkriegs erhielten britische Flieger in der Regel keine Fallschirme. Die Kommandeure befürchteten, dass dies die Besatzungen dazu verleiten könnte, beschädigte, aber noch zu rettende Flugzeuge aufzugeben. Diese düstere Politik ließ vielen Fliegern keine andere Wahl – ein krasser Gegensatz zu den anderen. erste Notfallsprünge das geschah kurz darauf.
Was war der Bristol F.2B?
Die Bristol F.2B war ein britischer zweisitziger Doppeldecker aus dem Ersten Weltkrieg, der einen Piloten und einen Heckbeobachter/Bordschützen beförderte. Robust und effektiv, wurde sie zu einem der erfolgreichsten zweisitzigen Jagdflugzeuge des Krieges und flog sowohl Aufklärungs- als auch Angriffsmissionen.
Könnte ein Mensch einen Sturz in ein Flugzeug tatsächlich überleben?
Ein solches Ereignis wäre äußerst unwahrscheinlich, weshalb die Geschichte von Hedley oft eher als Legende der Luftfahrt denn als belegte Tatsache gilt. Dennoch brachte der Erste Weltkrieg viele erstaunliche Überlebensgeschichten hervor, die verdeutlichen, wie chaotisch und gefährlich die frühen Luftkämpfe tatsächlich waren.
Warum sind frühe Luftfahrtgeschichten so schwer zu überprüfen?
Die Aufzeichnungen im Ersten Weltkrieg waren lückenhaft, und dramatische Geschichten verbreiteten sich rasch in Zeitungen und in den Erzählungen der Geschwader, oft ausgeschmückt mit jeder Nacherzählung. Viele beliebte Anekdoten aus der Luftfahrt verwischen die Grenze zwischen Geschichte und Mythos und bilden einen Teil des farbenfrohen frühen Kapitels der Geschichte des Ersten Weltkriegs. Luftfahrtgeschichte.




0 Kommentare