An einem Sommertag im Jahr 1965 hörten Arbeiter und Fischer am Ob-Fluss in der Nähe von Nowosibirsk das Kreischen von Düsentriebwerken und blickten gerade noch rechtzeitig auf, um etwas zu sehen, das sie kaum fassen konnten: ein MiG-17 Jäger, der tief über dem Wasser aufblitzte – und dann verschwand unter Die gewaltige Eisenbahnbrücke, die den Fluss überspannte, bevor sie auf der anderen Seite in die Höhe stieg. Am Steuer saß Valentin Privalov, und er hatte soeben etwas vollbracht, was fast kein Pilot in der Geschichte überlebt hat.
Er flog mit einem Düsenjäger mit fast 700 Kilometern pro Stunde unter einer Brücke hindurch und überlebte, um die Geschichte zu erzählen.
Kurzinfo
| Stunt | Mit einem Düsenjäger unter einer Flussbrücke hindurchfliegen |
| Pilot | Valentin Privalov, sowjetische Luftwaffe |
| Datum | Juni 1965 |
| Flugzeug | Mikojan-Gurewitsch MiG-17 |
| Wo | Ob-Flussbrücke bei Nowosibirsk, Sibirien |
| Geschwindigkeit | Rund 700 km/h, nur wenige Meter über dem Wasser |
Eine in Metern gemessene Lücke, ein in Zoll gemessener Abstand
Um das ganze Ausmaß des Wahnsinns zu begreifen, muss man sich die Geometrie vorstellen. Die Brücke ragte nur wenige Dutzend Meter über den Fluss. Privalov brachte die MiG-17 fast bis zur Wasseroberfläche, richtete sie auf den Mittelbogen aus und hielt sie dort – absolut waagerecht, die Tragflächen über dem Wasser und die Stahlkonstruktion darüber –, während das Flugzeug in Sekundenschnelle die gesamte Brückenbreite überflog. Bei dieser Geschwindigkeit hätte schon die kleinste Bewegung des Steuerknüppels, die schwächste Böe vom Fluss, alles zunichtegemacht.
Warum er es getan hat
Die Gründe sind im Laufe der Geschichte zu Legenden geworden. Manche Berichte sprechen von einer Wette unter Piloten, andere deuten auf ein persönliches, emotionales Motiv hin, das Privalov dazu veranlasste, sich selbst etwas zu beweisen. Sicher ist nur, dass der Flug ungenehmigt war – eine spontane Aktion von erstaunlichem Können und noch erstaunlicherem Wagemut, die völlig gegen die Regeln verstieß.
Die Atempause
Nach allen Erwartungen des sowjetischen Militärs hätte Privalovs Karriere beendet sein müssen – Flugverbot, Kriegsgerichtsverfahren, ein Exempel statuiert. Stattdessen, so die gängige Erzählung, schritt ein höherer Kommandeur, dem das Ausmaß des riskanten Manövers bewusst war, zu seinen Gunsten ein. Ehrfürchtig statt empört, ließen ihn die Vorgesetzten ungeschoren davonkommen, und Privalov soll weiterhin geflogen sein.
Es ist das Detail, das die Geschichte perfekt macht: Ein Pilot bricht alle Regeln, vollbringt das Unmögliche und wird gerade deshalb verschont, weil sein Manöver so schwierig war. In den Annalen der waghalsigen Luftfahrt nimmt der Mann, der mit einem Kampfjet unter der Ob-Brücke hindurchflog, einen ganz besonderen Platz ein.
Quellen: Sowjetische und russische Luftfahrtgeschichte; zeitgenössische Presseberichte; This Day in Aviation.
Verwandte Fragen
Wer flog mit einer MiG-17 unter einer Brücke hindurch?
Der sowjetische Luftwaffenpilot Valentin Privalov flog im Juni 1965 mit einem MiG-17-Düsenjäger unter einer Eisenbahnbrücke über den Ob-Fluss in der Nähe von Nowosibirsk in Sibirien hindurch. Er passierte die mittlere Brückenhälfte mit etwa 700 km/h, nur wenige Meter über dem Wasser.
Wie gefährlich war es, mit einem Jet unter der Ob-Brücke hindurchzufliegen?
Enorm. Mit rund 700 km/h überfliegt der Jet in Sekundenbruchteilen die Breite einer Brücke, sodass keine Zeit für Fehlerkorrektur bleibt. Privalov musste die MiG-17 absolut ruhig und tief über dem Fluss halten und eine nur wenige Meter hohe Lücke durchfliegen – jeder Fehler hätte den sofortigen Tod bedeutet.
Warum hat Privalov das getan?
Die Berichte gehen auseinander – manche sprechen von einer persönlichen Herausforderung oder Wette, andere von einem privaten, emotionalen Motiv. Was auch immer der Grund war, es war ein ungenehmigter, außergewöhnlicher Flugakt, der einen Routineflug zu einem der legendärsten Stunts der Sowjetunion machte.
Wurde Privalov für die Aktion bestraft?
Er geriet zunächst in ernsthafte Schwierigkeiten und ihm drohten Entlassung oder Schlimmeres. Doch den bekanntesten Berichten zufolge schritt ein hochrangiger Luftwaffenkommandeur ein, beeindruckt von seinem Können, und Privalov entging einer harten Strafe – und setzte angeblich seine fliegerische Karriere fort.
Ist schon mal jemand mit einem Jet unter einer Brücke hindurchgeflogen?
Einige Piloten haben im Laufe der Jahrzehnte ähnliche Flugmanöver über Brücken versucht, doch fast alle diese Aktionen sind streng verboten und enden oft tödlich. Privalovs Flug über den Ob wird gerade deshalb gefeiert, weil er etwas vollbrachte, das fast niemand überlebt hat.




0 Kommentare