Die Passagiere des Virgin Atlantic-Flugs VS135 bestiegen am Montagnachmittag in Heathrow ihr Flugzeug und freuten sich auf Palmen und Freizeitparks. Fünf Stunden später stiegen sie dieselbe Treppe am selben Londoner Flughafen wieder hinunter – kein bisschen näher an Orlando als zu Beginn, aber deutlich müder.
Der Airbus A350-1000 überquerte den Atlantik nie. Er erreichte die Grenze des irischen Luftraums, kreiste zwei Stunden lang gemächlich vor der Küste und gab dann auf, um nach Hause zu fliegen. Es ist wohl eine der surrealsten Arten, einen Nachmittag zu verbringen: ein Transatlantikflug ins Nirgendwo.
Kurzinfo
- Flug: Virgin Atlantic VS135, London Heathrow (LHR) nach Orlando (MCO)
- Flugzeug: Airbus A350-1000 (Kennzeichen G-VELJ, wie gemeldet)
- Abgereist: Heathrow, ca. 14:00 Uhr Ortszeit, Montag, 13. Juli 2026
- Flugzeit: Ungefähr 5 Stunden – keine davon in Richtung Orlando.
- Gemeldete Ursache: Navigationssystemfehler (laut AIRLIVE)
- Ergebnis: Rückkehr nach Heathrow gegen 19:00 Uhr; Flug annulliert
Eine Kehrtwende am Rande des Atlantiks
VS135 startete gegen 14:00 Uhr Ortszeit in Heathrow, stieg über Westengland auf und nahm Kurs auf Florida. Etwa eine Stunde nach dem Start, als die westliche Grenze des irischen Luftraums erreicht war, änderte die Besatzung ihre Strategie und flog eine Warteschleife entlang der irischen Küste, anstatt den Flug über den Ozean fortzusetzen.
Diese Warteschleife dauerte etwa zwei Stunden. Für die Flugbeobachter, die den Flug online verfolgten, sah die Flugbahn des Flugzeugs aus wie ein Knoten über den Atlantikanflugrouten. Schließlich traf die Besatzung die Entscheidung: nicht westwärts nach Orlando, sondern ostwärts zurück nach London.
Warum erst zwei Stunden im Kreis drehen?
Die Verzögerung vor der Umkehr ist der interessante Aspekt. Ein Großraumflugzeug wie der A350-1000 startet mit schwerem Treibstoff für einen neunstündigen Ozeanflug – weit über seinem maximal zulässigen Landegewicht. Anstatt übergewichtig auf der Landebahn aufzusetzen, verbraucht die Besatzung üblicherweise zunächst den Treibstoff und hält einen sicheren Luftraumabschnitt, bis das Flugzeug leicht genug ist, um innerhalb der zulässigen Grenzen zu landen. Dies ist höchstwahrscheinlich der Grund, warum VS135 zwei Stunden lang Kreise kreiste, bevor sie den Rückflug antrat.
Laut einem Exklusivbericht des Luftfahrtportals AIRLIVE hatte das Flugzeug mit einer Störung des Navigationssystems zu kämpfen. Über dem offenen Meer, wo es keine bodengestützten Navigationsbaken gibt und die Besatzung auf die bordeigenen Systeme angewiesen ist, um ihre Position genau zu bestimmen, ist eine Navigationsstörung kein Problem, das man über 4.000 Meilen Wasser hinweg tragen kann. Die Umkehr war die sichere und richtige Entscheidung.
Unspektakulär in der Kabine, dramatisch auf der Karte
Trotz der großen Aufmerksamkeit in den sozialen Medien handelte es sich nicht um einen Notfall. Kein Notruf, keine Evakuierung, keine Aufregung an Bord – außer Langeweile und Enttäuschung. Der A350-1000 zählt zu den modernsten und zuverlässigsten Langstreckenflugzeugen, und eine vorsorgliche Rückkehr aufgrund einer technischen Kleinigkeit ist genau die Art von unspektakulärer Entscheidung, die die Sicherheit in der Luftfahrt gewährleistet.
Das untenstehende Video zeigt denselben Flugzeugtyp, der die gleiche Strecke von Heathrow nach Orlando fliegt, wie sie eigentlich fliegen sollte – bis nach Florida.
Virgin Atlantic buchte die betroffenen Passagiere um, und Flug VS135 wurde für diesen Tag gestrichen. Irgendwo in Orlando mussten viele geduldige britische Familien eine weitere Nacht auf Sonnenschein warten.
Quellen: AIRLIVE; TheTravel; Flugverfolgungsdaten; Virgin Atlantic.
Ähnliche Beiträge
Motoren an oder Passagiere schwimmen: ETOPS erklärt
British Airways streicht 19 Strecken – Gatwick verliert, Heathrow gewinnt




0 Kommentare