Im Dezember 2011 landete eine Boeing 767 der Air Zimbabwe in London Gatwick und startete nicht mehr. Sie wurde wegen unbezahlter Schulden beschlagnahmt, und damit verschwand die letzte direkte Flugverbindung zwischen Simbabwe und Großbritannien – eine Strecke, die die Fluggesellschaft seit April 1980 bedient hatte.
Am Mittwoch wird diese Verbindung wiederhergestellt. Die Flugnummern von Air Zimbabwe kehren nach vierzehn Jahren dreimal wöchentlich auf die Abflugtafeln in Gatwick zurück, beginnend mit einem Airbus A330, der am Montag in Harare landete.
Das Flugzeug hingegen ist spanisch. Und der Grund dafür ist der interessanteste Teil der Geschichte.
Kurzinfo
| Route | Harare (HRE) nach London Gatwick Südterminal, Wiederaufnahme am 22. Juli 2026 |
| Frequenz | Dreimal wöchentlich. Sonntags, mittwochs und freitags ab Harare; montags, donnerstags und samstags ab Gatwick. |
| Flugzeug | Airbus A330-300, geleast von Plus Ultra Líneas Aéreas aus Spanien |
| Anordnung | Ein 13-monatiger ACMI-Leasingvertrag – Flugzeug, Besatzung, Wartung und Versicherung werden von Plus Ultra gestellt – vermittelt von Chapman Freeborn |
| Markenbildung | Die Flüge tragen den Code und das Branding von Air Zimbabwe. Air Zimbabwe behält den Ticketverkauf und die kommerzielle Kontrolle. |
| Lücke | Air Zimbabwe bediente London zuletzt im Dezember 2011, als eine Boeing 767 wegen unbezahlter Schulden in Gatwick beschlagnahmt wurde. |
| Der Haken | Air Zimbabwe steht seit Mai 2017 auf der EU-Liste der Fluggesellschaften mit Sicherheitsbedenken und darf keine eigenen Flugzeuge nach Großbritannien oder in die EU einsetzen. |
Eine Notlösung mit Flügeln
Dieser Aspekt wird in den meisten Berichten übergangen. Air Zimbabwe darf mit ihren eigenen Flugzeugen nicht in den britischen oder europäischen Luftraum einfliegen. Die Fluggesellschaft steht seit 2017 auf der EU-Liste der unsicheren Fluggesellschaften, woraufhin das britische Flugverbot folgte.
Das Problem der Sicherheitseinstufung wurde also nicht gelöst. Man hat es durch Vermietung umgangen.
Im Rahmen eines ACMI-Wet-Lease-Vertrags (Aircraft, Crew, Maintenance, Insurance) wird der Flug von Plus Ultra Líneas Aéreas, einer spanischen Fluggesellschaft, mit einem in Spanien registrierten A330 durchgeführt, der von spanischer Besatzung unter spanischer Aufsicht geflogen wird. Air Zimbabwe verkauft die Tickets, verwendet ihren eigenen Flugcode und ihr eigenes Branding und betreut die Passagiere. Rechtlich gesehen betreibt Plus Ultra das Flugzeug.
Es handelt sich um ein völlig normales Flugzeuggerät, das überall zum Einsatz kommt, von den Charterhochs im Sommer bis hin zu Flottenstilllegungen. Es bildet nur selten die alleinige Grundlage für die wichtigste Route einer nationalen Fluggesellschaft.
Warum das überhaupt wichtig ist
Die zynische Interpretation wäre, dass sich die nationale Fluggesellschaft ein Kostüm gemietet hat. Die wohlwollendere – und vermutlich zutreffendere – Deutung ist, dass ein Land mit einer großen Diaspora in Großbritannien gerade eine Direktverbindung zurückerhalten hat und es den Passagieren, die am Mittwoch einsteigen, ziemlich egal sein wird, wessen Luftverkehrsbetreiberlizenz auf den Papieren steht.
Die Strecke von Harare nach Gatwick beträgt rund 8.200 Kilometer. Bisher bedeutete die Reise einen Zwischenstopp in Johannesburg, Addis Abeba, Nairobi oder Dubai, was mit entsprechendem Zeit- und Kostenaufwand verbunden war. Ein Direktflug verändert die Möglichkeiten für Familienbesuche, Warentransporte und Geschäftsaktivitäten grundlegend.
Dreizehn Monate Zeit, es zu beweisen
Der Leasingvertrag läuft ab Anfang Juli über dreizehn Monate. In diesem Zeitraum muss Air Zimbabwe nachweisen, dass die Strecke dreimal wöchentlich einen A330 auslasten kann und die Kosten eines Wet-Leases deckt – die pro Stunde deutlich höher sind als beim Betrieb eines eigenen Flugzeugs, da man die Besatzung, die Wartung und die Versicherung eines anderen sowie dessen Gewinn bezahlt.
Der Starttermin wurde bereits einmal verschoben, vom 1. Juli auf den 22. Juli. Und das zugrundeliegende Problem besteht weiterhin: Um mit eigenen Flugzeugen nach Europa fliegen zu können, müsste Air Zimbabwe von der EU-Liste für sichere Luftfahrtunternehmen gestrichen werden. Dies erfordert, dass die Aufsichtsbehörden hinsichtlich der Überwachungs- und Wartungsstandards überzeugt werden, anstatt einen Leasingvertrag abzuschließen.
Im Moment steht allerdings ein A330 auf dem Vorfeld des internationalen Flughafens Robert Gabriel Mugabe, und am Mittwoch biegt er nach Norden ab.
Der geleaste A330 trifft vor der Wiederaufnahme der Strecke in Harare ein.
Quellen: CAPA Centre for Aviation, ch-aviation, Chapman Freeborn, AJOT, Aviator.aero.




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