Ende der 1950er-Jahre suchte die US-Armee nach einer Maschine, die so noch niemand gebaut hatte: etwas zwischen Jeep und Hubschrauber. Ein fliegender Jeep – eine einfache Plattform, auf der ein Soldat stehen, die er senkrecht in die Luft heben und über das Schlachtfeld fliegen lassen konnte. Klingt wie ein Cartoon. Die Armee meinte es aber todernst, und Curtiss-Wright baute ihnen tatsächlich einen, der fliegen konnte.
Sie nannten es VZ-7. Es war im Wesentlichen ein bemannter Quadcopter – Jahrzehnte bevor es diesen Begriff überhaupt gab.
Kurzinfo
| Rolle | VTOL "fliegender Jeep" (Nutzplattform) |
| Operator | US-Armee |
| Kraftwerk | 1 × Turbomeca Artouste IIB Turbowelle, 425 PS |
| Rotoren | Vier vertikal montierte Propeller |
| Höchstgeschwindigkeit | ca. 51 km/h (32 mph); Gipfelhöhe ca. 61 m (200 ft) |
| Anzahl gebaut | 2; ausgeliefert 1958, an den Hersteller zurückgegeben 1960 |
Der Traum von der Luftkavallerie
Der fliegende Jeep entstand aus einer größeren Idee. 1954 veröffentlichte der Fallschirmjägergeneral James Gavin einen berühmten Essay in Harper's Er argumentierte, dass die moderne Armee eine neue Art von Kavallerie brauche – keine Pferde, sondern Maschinen, die über unwegsames Gelände springen könnten.
Aus dieser Vision entstand eine kleine Flotte experimenteller "fliegender Jeeps". Der von der Niederlassung in Santa Barbara gebaute Beitrag von Curtiss-Wright war der erste, der vom Boden abhob.
Schlicht, einfach – und doch nicht ganz ausreichend
Die Konstruktion hätte kaum einfacher sein können. Ein etwa 5,20 Meter langes, rechteckiges Fachwerk trug den Piloten, den Treibstoff und eine einzelne 425 PS starke Turbomeca-Turbowelle, die vier quadratisch angeordnete, senkrecht stehende Propeller antrieb. Zum Steuern gab der Pilot einfach mehr oder weniger Leistung an jeden Propeller; bewegliche Leitschaufeln im Abgassystem erledigten den Rest. Bei den Testflügen transportierte das Flugzeug sogar eine rückstoßfreie Kanone.
Und es funktionierte. Piloten empfanden es als stabil, wendig und einfach zu fliegen. Das Problem war nur, dass "einfach zu fliegen" nicht gleichbedeutend mit "nützlich" war. Seine Höchstgeschwindigkeit lag bei kaum 48 km/h und es konnte nicht viel höher als 60 Meter steigen – keine Panzerung, keine Geschwindigkeit, keine maximale Flughöhe. Wie es in einem modernen Bericht über das Projekt hieß:
Kurz darauf wurden alle Flugjeep-Projekte stillschweigend eingestellt. Die Armee hatte erkannt, dass der Hubschrauber die Aufgabe bereits besser erfüllte und der einfache Jeep den Rest erledigte. Ein VZ-7 ist heute im US Army Aviation Museum erhalten.
Und doch, wenn man sich irgendeinen Quadcopter aus dem Hobbyladen oder die FPV-Angriffsdrohnen ansieht, die die moderne Kriegsführung heute verändern, wirkt die VZ-7 plötzlich weniger wie eine gescheiterte Kuriosität, sondern eher wie eine Maschine, die einfach siebzig Jahre ihrer Zeit voraus war.
Quellen: Jets 'n' Props; Gen. James M. Gavin, Harper's Magazine (1954); US Army Aviation Museum; Wikipedia.




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