Zwei Jahre lang standen die Jets in einem Hangar auf der Eglin Air Force Base, während Ingenieure ihre Flugzeugzellen auseinandernahmen und ihnen beibrachten, selbstständig zu fliegen. Diese Woche hob einer von ihnen endlich ab – und zeitweise saß kein Mensch am Steuer.
Die US-Luftwaffe und DARPA haben die erste F-16 Ausgestattet mit dem VENOM-Autonomie-Kit stieg ein Kampfjet in die Luft, gesteuert von einem KI-System, während ein Testpilot lediglich die Lage beobachtete. In diesem Moment wandelte sich der lange, vorsichtige Weg des Pentagons hin zu Kampfrobotern von einer Simulation zu einem realen Jet über dem Florida Panhandle.
Kurzinfo
| Programm | VENOM-AFT – Viper-Experimentier- und Betriebsmodell der nächsten Generation, Testplattform für autonomes Fliegen |
| Partner | US-Luftwaffe und DARPA im Rahmen des Programms Air Combat Evolution (ACE). |
| Flugzeug | F-16C/D Fighting Falcon – 3 in Eglin umgebaut, bis zu 6 geplant |
| Heim | Eglin AFB, Florida – 96. Testgeschwader & 53. Geschwader |
| Meilenstein | Erster Flug mit autonomer Agentensteuerung, Juli 2026 |
| Die Rolle des Menschen | “Menschliche Überwachung” – ein Pilot ist immer an Bord |
| Zweck | Das Drohnen-Wingman-Programm „Collaborative Combat Aircraft (CCA)“ wird unterstützt. |
Zwei Jahre Operationen, ein historischer Einsatz
Die Idee ist verblüffend einfach: Man nehme einen kampferprobten Kampfjet, baue einen Bordcomputer ein, der ihn steuern kann, und nutze ihn als fliegendes Labor für die Software, die eines Tages unbemannte Flugzeuge steuern soll. Die Schwierigkeit besteht darin, dies zu bewerkstelligen, ohne jemanden zu töten.
Drei F-16 trafen 2024 und 2025 in Eglin ein, um im Rahmen des VENOM-AFT-Programms zu Testflugzeugen umgebaut und dem 96. und dem 53. Testgeschwader übergeben zu werden. Die Jets nahmen im Juni ihre Flüge wieder auf, um ihre Flugtauglichkeit nach den Modifikationen unter Beweis zu stellen. Im Juli erreichte das Team dann einen entscheidenden Meilenstein: Ein KI-System übernahm die Kontrolle und steuerte das Flugzeug selbstständig, während der Pilot an Bord die Rolle des Supervisors einnahm.

Es handelt sich hierbei nicht um eine Drohnenumrüstung im herkömmlichen Sinne, bei der das Cockpit entfernt wird. Der Pilot bleibt an Bord. Geändert hat sich lediglich, wer an einem bestimmten Testpunkt die Steuerung übernimmt und wie schnell die Luftwaffe neue Autonomiesoftware in einem realen Flugzeug erproben und deren Belastbarkeit unter den komplexen physikalischen Bedingungen des tatsächlichen Fluges überprüfen kann.
Der Mensch verlässt niemals den Kreislauf.
Die Luftwaffe betont immer wieder den Begriff “menschliche Überwachung”. Das bedeutet, dass stets ein Pilot anwesend ist, die Funktionsweise der Algorithmen überwacht und die Befugnis hat, jeden einzelnen in Echtzeit zu starten oder zu stoppen. Bei VENOM geht es noch nicht um leere Cockpits.
Diese Vorsicht ist der springende Punkt. Je schneller die Luftwaffe nachweisen kann, dass ein autonomes Verhalten auf einer bemannten F-16 sicher ist, desto schneller kann sie demselben Code auch auf einer unbemannten F-16 vertrauen. Gagnon hat das Ziel als “Speed-to-Ramp” bezeichnet – so schnell wie sicher möglich, damit die nachfolgenden Drohnen schneller eintreffen.
Warum ein Kampfflugzeug aus den 1970er Jahren die Drohnen von morgen ausbildet
VENOM speist sich direkt in das Collaborative Combat Aircraft-Programm ein, die Flotte von kostengünstigen, halbautonomen Drohnen als Flügelmänner, die die Luftwaffe an der Seite der F-35 und die zukünftige F-47. Jede Erkenntnis, die die F-16-Testplattformen zurückbringen – wie eine KI mit einem Zusammenstoß, einer Formation, einem Waffeneinsatz umgeht – ist eine Erkenntnis, die die CCAs übernehmen.
Die Grundlage dafür schuf das ACE-Programm der DARPA mit seinem X-62A VISTA-Jet, der im September 2023 den ersten Luftkampf innerhalb der Sichtweite zwischen einer KI-gesteuerten F-16 und einer von einem Menschen geflogenen Maschine absolvierte. VENOM nutzt diesen Machbarkeitsnachweis und entwickelt daraus eine wiederholbare Produktionslinie für Autonomietests an serienmäßigen Kampfjets.
Vor zwei Jahren waren das noch PowerPoint-Präsentationen und Simulationen. Diese Woche stieg ein grauer Fighting Falcon von Eglin ab, flog autonom und mit einem Menschen an Bord. Die Roboter ersetzen den Piloten noch nicht. Aber sie lernen schnell – und zwar jetzt im realen Luftraum.
DARPA-KI-Agenten fliegen eine F-16 gegen einen menschlichen Piloten – die ACE-Arbeit, die den Grundstein für VENOM legte.
Quellen: Air & Space Forces Magazine; Eglin Air Force Base, Öffentlichkeitsarbeit; DefenseScoop; Aerospace Testing International; Defense News.




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