Die FAA beendet für immer die legendären nebeneinanderliegenden Landungen am Flughafen San Francisco.

von | 7. April 2026 | Luftfahrtwelt, Nachricht | 0 Kommentare

Kurzinfo Flughafen Internationaler Flughafen San Francisco (SFO)
Was hat sich geändert? Die FAA hat gleichzeitige Landungen nebeneinander auf den parallelen Landebahnen 28L und 28R dauerhaft verboten.
Startbahntrennung 750 Fuß – näher als jeder andere große US-Drehkreuz
Kapazitätsauswirkung Die Ankunftsrate wurde von 54 auf 36 Flüge pro Stunde gesenkt (Reduzierung um ein Drittel).
Neues Verfahren Gestaffelte Anflüge erforderlich – ein Flugzeug versetzt zum anderen
Zu erwartende Verzögerungen Etwa 251 ankommende Flüge mit einer Verspätung von über 30 Minuten
Dauer Permanent – wird auch nach Abschluss der laufenden Start- und Landebahnsanierung bestehen bleiben.
Start- und Landebahnen des internationalen Flughafens von San Francisco
Der internationale Flughafen von San Francisco aus der Vogelperspektive – die parallelen Start- und Landebahnen 28L und 28R, auf denen nun dauerhaft keine gleichzeitigen Landungen mehr möglich sind, sind in der Mitte zu sehen. (Wikimedia Commons)

Jahrzehntelang betrieb der internationale Flughafen von San Francisco eines der anspruchsvollsten Anflugverfahren der kommerziellen Luftfahrt: Zwei Jets landeten gleichzeitig auf parallelen Landebahnen, die nur 230 Meter voneinander entfernt waren. Die Piloten manövrierten ihre Maschinen Seite an Seite, Flügelspitze an Flügelspitze, im Nebel und Regen, geleitet von Instrumentenanflügen, die kaum Spielraum für Fehler ließen. Es war haarsträubend, effizient und – seit diesem Monat – dauerhaft verboten.

Die US-amerikanische Luftfahrtbehörde FAA hat die legendären nebeneinanderliegenden Landungen am Flughafen San Francisco (SFO) endgültig abgeschafft. Die neue Regelung schreibt versetzte Anflüge vor, bei denen ein Flugzeug gegenüber dem auf der parallelen Landebahn befindlichen Flugzeug versetzt landet. Diese Änderung reduziert die Anflugkapazität um ein Drittel – von 54 auf 36 Flüge pro Stunde – und wird Verspätungen an einem der verkehrsreichsten Flughäfen Amerikas zur Normalität machen.

Dies ist keine vorübergehende Maßnahme. Das Verbot bleibt auch nach Abschluss der sechsmonatigen Sanierungsarbeiten an den Start- und Landebahnen des Flughafens San Francisco (SFO) bestehen, durch die bereits zwei Nord-Süd-Bahnen außer Betrieb genommen wurden. Die FAA hat entschieden, dass die bisherige Vorgehensweise zu riskant war. Punkt.

750 Fuß Abstand

Um zu verstehen, warum das wichtig ist, muss man die Geometrie des Flughafens San Francisco (SFO) kennen. Die beiden Hauptstart- und Landebahnen in Ost-West-Richtung – 28L und 28R – liegen nur 229 Meter (750 Fuß) voneinander entfernt. Das entspricht in etwa der Länge zweier Fußballfelder. An allen anderen großen US-Flughäfen mit parallelen Start- und Landebahnen ist der Abstand deutlich größer, und simultane Anflüge sind mit ausreichendem Sicherheitsabstand Routine.

Am Flughafen San Francisco (SFO) führten Piloten das sogenannte Precision Runway Monitor (PRM)-Verfahren durch – zwei Flugzeuge flogen eng beieinander liegende Instrumentenanflüge, während die Fluglotsen sie über hochauflösendes Radar überwachten und bereit waren, einzugreifen, falls eines der Flugzeuge vom anderen abdriftete. Es funktionierte. Tausende Male am Tag, jahrelang. Doch der Grat zwischen "funktionierend" und "nicht funktionierend" war hauchdünn.

Die Entscheidung der FAA folgt auf verstärkte Bemühungen der Behörde, das Risiko von Landebahnverletzungen nach dem tödlichen Absturz von American-Airlines-Flug 5342 im Januar 2025 zu reduzieren. Dieser Unfall am Flughafen Washington Reagan stand zwar nicht in direktem Zusammenhang mit parallelen Anflügen, führte aber zu einer intensiven Überprüfung aller Verfahren, bei denen der Spielraum für Fehler bedenklich gering war. Die 229 Meter große Lücke in der Landebahn des Flughafens San Francisco (SFO) stand dabei stets ganz oben auf der Liste.

Was die Passagiere fühlen werden

Die Zahlen sind eindeutig. Da die Ankunftskapazität von 54 auf 36 Flüge pro Stunde reduziert wurde, rechnet die FAA mit Verspätungen von mindestens 30 Minuten bei rund 25 Prozent der ankommenden Flüge. An stark frequentierten Tagen – wie den Hauptreisezeiten im Sommer, Feiertagswochenenden oder Nachmittagen mit Nebel – werden sich die Verspätungen summieren. Die Fluggesellschaften haben bereits begonnen, ihre Flugpläne anzupassen.

Der Zeitpunkt verschärft die Situation zusätzlich. Die Sanierung der Start- und Landebahnen am Flughafen San Francisco (SFO), die Anfang April begann, legt die beiden Nord-Süd-Bahnen für etwa sechs Monate lahm. Dadurch muss der gesamte Flugbetrieb auf die Ost-West-Bahnen verlagert werden – genau jene Bahnen, auf denen jetzt nur noch gestaffelte Anflüge möglich sind. Es handelt sich also um eine zusätzliche Kapazitätsverknappung.

Delta, die allein am Ostermontag 139 Flüge streichen musste, gehört zu den Fluggesellschaften, die die Auswirkungen bereits zu spüren bekommen. American Airlines meldete am selben Tag 582 Verspätungen. Unwetter und Personalmangel bei der TSA trugen dazu bei, doch die neuen Beschränkungen am Flughafen San Francisco (SFO) verschärften die Situation zusätzlich.

Ende einer Ära

Für Piloten waren die nebeneinanderliegenden Anflüge in San Francisco ein Initiationsritus – eine jener Prozeduren, die einen Routineflug von einem anspruchsvollen Flug unterschieden. Die Landung im Nebel von San Francisco, bei der man einen PRM-Anflug präzise verfolgte, während man 230 Meter links von einem anderen Jet im peripheren Sichtfeld sah, war genau die Art von Geschichte, über die man bei gemeinsamen Abendessen mit der Crew sprach.

Für die Fluglotsen war es ein Drahtseilakt, der absolute Präzision erforderte. Für die Passagiere war es unsichtbar – es sei denn, man blickte zufällig aus dem Fenster und sah eine Boeing 737 neben sich fliegen, nah genug, um das Kennzeichen zu lesen.

Diese Ära ist vorbei. Die FAA hat entschieden, dass die Sicherheit dies erfordert, und diese Entscheidung ist endgültig. Der Flughafen San Francisco wird sich anpassen, die Fluggesellschaften werden ihre Flugpläne ändern, und die Passagiere werden warten müssen. Doch etwas Besonderes am Fliegen nach San Francisco – etwas, das Piloten beim Anflug etwas aufrechter sitzen ließ – ist stillschweigend verschwunden.

Quellen: KQED, Simple Flying, AvWeb, FAA

Verwandte Fragen

Was sind simultane Landungen nebeneinander?

Bei der simultanen Landung nebeneinander setzen zwei Flugzeuge gleichzeitig auf eng beieinanderliegenden, parallelen Landebahnen auf. Am internationalen Flughafen von San Francisco liegen die Landebahnen 28L und 28R nur 229 Meter voneinander entfernt, sodass die Flugzeuge fast Flügelspitze an Flügelspitze landeten – effizient, aber anspruchsvoll, selbst bei Nebel und Regen. Die FAA verbot diese Praxis am Flughafen von San Francisco im Jahr 2026 dauerhaft.

Warum hat die FAA Landungen nebeneinander auf dem Flughafen SFO verboten?

Die FAA entschied, dass diese Praxis zu riskant sei. Die parallelen Start- und Landebahnen 28L und 28R des Flughafens San Francisco (SFO) liegen nur 229 Meter (750 Fuß) auseinander – näher als an jedem anderen großen US-Drehkreuz – was bei Instrumentenanflügen praktisch keinen Spielraum für Fehler lässt. Ab 2026 schrieb die Behörde daher dauerhaft gestaffelte Anflüge vor.

Wie wirkt sich das Verbot auf die Kapazität des SFO aus?

Das Verbot simultaner Landungen reduzierte die Ankunftsrate am Flughafen San Francisco (SFO) um etwa ein Drittel, von 54 auf 36 Flüge pro Stunde. Versetzte Anflüge ersetzen das bisherige Parallelverfahren. Es wird erwartet, dass sich rund 25 Prozent der ankommenden Flüge um 30 Minuten oder mehr verspäten, was den ohnehin schon stark frequentierten Flughafen zusätzlich belastet.

Ist die Änderung der Landebahn in SFO dauerhaft?

Ja. Das Verbot ist dauerhaft und bleibt auch nach Abschluss der sechsmonatigen Sanierungsarbeiten an den Start- und Landebahnen des Flughafens San Francisco (SFO) bestehen, bei denen zwei Nord-Süd-Start- und Landebahnen außer Betrieb genommen wurden. Die FAA kam zu dem Schluss, dass die bisherige Methode mit nebeneinanderliegenden Start- und Landebahnen bei dem geringen Abstand von nur 229 Metern (750 Fuß) schlichtweg zu gefährlich war.

Wird die Änderung am Flughafen San Francisco zu mehr Flugverspätungen führen?

Die reduzierte Ankunftsrate dürfte etwa ein Viertel der ankommenden Flüge um 30 Minuten oder mehr verzögern, insbesondere bei schlechtem Wetter. Dies verschärft die ohnehin angespannte Lage im US-amerikanischen Flugverkehr, die sich beispielsweise bei Ereignissen wie dem … zeigt. landesweiter Personalmangel in der Flugsicherung, und betrifft Langstreckenverbindungen wie Direktverbindung nach San Francisco.

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