Ein Schiffskiller, der in die F-35 passt

von | 27. Juni 2026 | Militärische Luftfahrt, Nachricht | 0 Kommentare

Trotz all ihrer Raffinesse, F-35 Das Tarnkappenflugzeug barg ein heikles Geheimnis: Es konnte kein Schiff versenken, ohne seine berühmteste Eigenschaft zu gefährden. Jede Rakete, die groß genug war, um ein modernes Kriegsschiff zu bedrohen, musste unter den Tragflächen angebracht werden – und sobald dies geschah, verlor der Tarnkappenjäger seine Tarnkappeneigenschaften. Am 6. Juni 2026 investierte die US-Luftwaffe erhebliche Mittel in die Behebung dieses Problems.

Die norwegische Luftwaffe hat dem Unternehmen Kongsberg einen Auftrag über 240,9 Millionen Pfund Sterling für die zweite Produktionscharge der Joint Strike Missile – der AGM-184 – erteilt. Diese Waffe wurde unter einer einzigen, anspruchsvollen Bedingung entwickelt: Sie muss passgenau sein. innen die F-35.

Kurzinfo
  • Die Abmachung: Die US-Luftwaffe hat dem norwegischen Unternehmen Kongsberg einen Produktionsvertrag über $240,9 Millionen Pfund für Los 2 der Joint Strike Missile (JSM, Bezeichnung AGM-184) erteilt, wie am 6. Juni 2026 bekannt gegeben wurde.
  • Der Trick: Die JSM ist die einzige Langstrecken-Anti-Schiffs-/Landangriffsrakete, die vollständig in den internen Waffenschacht der F-35 passt – wodurch deren Tarnkappeneigenschaften erhalten bleiben.
  • Größe: etwa 4 m lang und 416 kg schwer
  • Reichweite: mehr als 350 km (217 Meilen) bei hoher Unterschallgeschwindigkeit
  • Ziele: sowohl Schiffe als auch Landziele
  • Gebaut: in Norwegen, die Produktion läuft bis November 2028

Eine Rakete, deren Form von einem Bombenschacht inspiriert ist

Die meisten Raketen werden primär auf Leistung ausgelegt, die Befestigung am Flugzeug erfolgt erst später. Die JSM hingegen wurde genau umgekehrt entwickelt. Mit einer Länge von etwa vier Metern und einem Gewicht von 416 Kilogramm sind alle Abmessungen durch den internen Waffenschacht der F-35A vorgegeben. Sie ist die einzige Langstreckenrakete zur Bekämpfung von Schiffen und Landzielen, die das Kampfflugzeug vollständig aufnehmen kann.

Warum “passt hinein” die ganze Geschichte ist: Die Tarnkappenfähigkeit der F-35 beruht auf der internen Bewaffnung. Wird eine Rakete unter dem Flügel angebracht, erscheint das Flugzeug auf dem Radar. Bislang verfügte die F-35 über keine interne Anti-Schiff-Rakete, weshalb ein Angriff auf ein Kriegsschiff den Verlust der Tarnkappenfähigkeit bedeutete. Die JSM schließt diese Lücke – eine Anti-Schiff-Rakete, die die F-35 tragen kann, ohne ihre Tarnkappenfähigkeit preiszugeben.

Diese Zurückhaltung ermöglicht eine echte Fähigkeit. Mit der JSM im Cockpit kann sich eine F-35 unbemerkt einer feindlichen Flotte nähern, aus über 350 Kilometern Entfernung abfeuern und die Rakete den gefährlichen Teil ausführen lassen – einen tiefen, kurvenreichen Flug über dem Meer, der die Verteidigungsanlagen eines Kriegsschiffs überwinden soll. Das Flugzeug muss seine Tarnkappeneigenschaften für den Schuss niemals aufgeben.

Eine F-35A Lightning II der königlich norwegischen Luftwaffe
Norwegen, wo die JSM gebaut wird, war das erste Land, das die Rakete mit der F-35A kombinierte. Mit der Bestellung vom Juni 2026 ist die US-Luftwaffe nun vollständig in das Programm eingebunden. (Wikimedia Commons)

Eine norwegische Antwort auf ein pazifisches Problem

Hier liegt eine bemerkenswerte Ironie. Die Waffe, die in den Weiten des Pazifiks von größter Bedeutung sein könnte, wurde in den Fjorden Norwegens entwickelt und basiert auf Kongsbergs Naval Strike Missile. Norwegen setzte sie als erstes ein; Japan und Australien bestellten daraufhin ihre eigenen F-35-Flotten; und nun kauft die US-Luftwaffe ihre zweite Produktionscharge, deren Fertigung in Norwegen bis Ende 2028 gesichert ist.

Es ist ein unscheinbarer, unglamouröser Beschaffungsposten im Verteidigungshaushalt – kein neuer Kampfjet, keine spektakuläre Präsentation. Doch er schließt eine der meistdiskutierten Schwächen der F-35. Der Tarnkappenjäger kann nun Schiffe so jagen, wie er immer konzipiert wurde: aus großer Entfernung und ohne jemals gesehen zu werden.

Quellen: US Air Force; Kongsberg Defence & Aerospace; FlightGlobal; The War Zone.

Verwandte Fragen

Was ist die Joint Strike Missile (JSM)?

Die Joint Strike Missile, kurz AGM-184, ist ein getarnter Marschflugkörper mit großer Reichweite, hergestellt vom norwegischen Unternehmen Kongsberg. Sie kann sowohl Schiffe als auch Landziele angreifen, fliegt mit hoher Unterschallgeschwindigkeit über Entfernungen von mehr als 350 km und ist etwa 4 Meter lang und 416 kg schwer – speziell dimensioniert, um in den Waffenschacht der F-35 zu passen.

Warum ist es wichtig, dass das JSM in die F-35 passt?

Die Tarnkappenfähigkeit der F-35 funktioniert nur, wenn ihre Waffen intern mitgeführt werden. Alles, was unter den Tragflächen angebracht ist, erhöht ihre Radarsignatur drastisch. Die JSM ist die einzige Anti-Schiff-Rakete, die vollständig in den Waffenschacht der F-35A passt. Dadurch kann der Jet ein Kriegsschiff aus großer Entfernung angreifen und dabei getarnt bleiben – etwas, das mit einer internen Waffe zuvor nicht möglich war.

Was umfasste der Vertrag vom Juni 2026?

Die US Air Force hat Kongsberg am 6. Juni 2026 einen Produktionsvertrag über $240,9 Millionen Pfund für Los 2 erteilt. Dieser umfasst operationelle Raketen, deren Startbehälter, Testhardware und Unterstützungsausrüstung. Die Produktion wird in Norwegen bis November 2028 fortgesetzt.

Wie weit kann die JSM fliegen?

Kongsberg und die US-Luftwaffe geben eine Reichweite von über 350 km bei hoher Unterschallgeschwindigkeit an. Dadurch kann eine F-35 weit außerhalb der Reichweite vieler schiffsgestützter Luftverteidigungssysteme starten und anschließend einen niedrigen, über dem Meer verlaufenden Ausweichflugkörper zu ihrem Ziel fliegen.

Welche Länder nutzen das JSM?

Norwegen hat das System entwickelt und ist einer der Startbetreiber. Japan und Australien haben es für ihre F-35-Flotten ausgewählt. Mit der Bestellung von Los 2 im Juni 2026 wird die F-35A-Flotte der US-Luftwaffe fest in das Programm integriert.

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