Am 24. Juli wurde mit einer Regelung, an der zwei Jahrzehnte gearbeitet wurde, neu definiert, was in Amerika als Leichtflugzeug gilt – und damit auch, was ein Anfängerpilot fliegen darf.
MOSAIC (Modernization of Special Airworthiness Certification) verwirft die 2004 festgelegte Definition für Leichtflugzeuge und deren starre Gewichtsgrenze von 1.320 Pfund. An deren Stelle tritt eine leistungsbasierte Kategorie, die sich nach der maximalen Geschwindigkeit eines Flugzeugs richtet, nicht nach seinem Gewicht.
Kurzinfo
- Regel: MOSAIC – neue Kategorie für Leichtflugzeuge gemäß FAR Part 22
- Wirksam: 24. Juli 2026 für die Zertifizierung neuer Flugzeuge (Änderungen der Pilotenberechtigungen begannen im Oktober 2025)
- Was ist verschwunden: Die Gewichtsgrenze von 1.320 Pfund für Leichtsportgeräte aus dem Jahr 2004
- Neuer Maßstab: Überziehgeschwindigkeit – bis zu 59 Knoten (für Sportpilotenlizenz)
- Jetzt erlaubt: Bis zu vier Sitze, einziehbares Fahrwerk, Verstellpropeller
- Erster Schritt: Textrons Pipistrel Voyager-Trainer, voraussichtlicher Einsatz ab 2027
Was sich tatsächlich ändert
Die alten Regeln beschränkten Leichtflugzeuge gewichtsmäßig. Mit 1.320 Pfund passten die meisten wirklich brauchbaren Schulflugzeuge einfach nicht hinein, was maßgeblich dazu beitrug, dass sich diese Kategorie in der Flugausbildung nie so durchsetzen konnte, wie es sich ihre Begründer erhofft hatten.
MOSAIC verabschiedet sich von der bisherigen Skala und misst Flugzeuge stattdessen anhand ihrer Überziehgeschwindigkeit. Sportflugzeuge dürfen nun eine Überziehgeschwindigkeit von bis zu 59 Knoten erreichen (vorher 45), und die Kategorie der Leichtflugzeuge umfasst nun auch viersitzige Modelle mit einziehbarem Fahrwerk und Verstellpropellern. Sportpiloten dürfen weiterhin nur einen Passagier mitnehmen, aber die Maschinen, mit denen sie trainieren und fliegen können, sind deutlich leistungsfähiger geworden.

Das erste Flugzeug, das nach den neuen Regeln gebaut wurde
Das deutlichste Zeichen für den Wandel kam vier Tage früher. Am 20. Juli enthüllte Textron auf der EAA AirVenture in Oshkosh die Pipistrel Voyager – einen zweisitzigen Trainer, der von Grund auf für MOSAIC entwickelt wurde.
Die Voyager ist für Instrumentenflug und absichtliche Trudelmanöver zugelassen, verfügt über die brandneue Garmin Axis Glascockpit-Avionik und einen Rotax 912 ULS-Motor und hat eine Reichweite von rund 740 Seemeilen. Textron gibt einen Basispreis von knapp 240.000 € (ca. $275.000) für 2026 und die Markteinführung für 2027 an und positioniert sie eher als Partner der bewährten Cessna Skyhawk denn als deren Ersatz.
Warum es wichtig ist, wenn man fliegen lernen will
Für angehende Piloten stellt MOSAIC die größte Umwälzung in der amerikanischen allgemeinen Luftfahrt seit zwanzig Jahren dar. Leistungsfähigere Flugzeuge können nun nach einem leichteren und kostengünstigeren Rahmen gebaut und zertifiziert werden, was Flugschulen die Kosten für den Kauf von Schulungsflugzeugen und die Ausbildung darauf senken soll.
Nichts davon macht das Fliegen kostenlos. Aber zum ersten Mal seit einer Generation dürfen die Flugzeuge am unteren Ende der Preisskala mehr als nur das absolute Minimum bieten.
Quellen: FAA; AOPA; Aviation International News; EAA; Textron / Pipistrel; General Aviation News.




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