Die US-Marine hat mit ihrem nächsten trägergestützten Kampfflugzeug Glück gehabt. Nachdem das Pentagon versucht hatte, das F/A-XX-Programm zugunsten der F-47 der Luftwaffe zu beschneiden, griff der Kongress energisch ein und fügte dem Verteidigungshaushaltsgesetz für das Haushaltsjahr 2026 zusätzliche 897,3 Millionen US-Dollar hinzu – eine zwölffache Steigerung gegenüber den 74 Millionen US-Dollar des Vorjahres. Die Botschaft ist eindeutig: Die Marine wird ihr Kampfflugzeug der sechsten Generation erhalten.
Diese Kehrtwende markiert eine der einschneidendsten Umschichtungen in der jüngeren Geschichte der Verteidigungsausgaben. Noch vor wenigen Monaten argumentierten hochrangige Pentagon-Beamte, die gleichzeitige Durchführung zweier Programme der sechsten Generation berge das Risiko, dass beide Programme nicht den Erwartungen entsprächen. Der Kongress widersprach dem entschieden.
Da Boeing und Northrop Grumman um den Hauptauftrag konkurrieren und eine Vorauswahl bis August 2026 erwartet wird, hat sich die F/A-XX vom politischen Niemandsland zum größten Einzelposten im Forschungs- und Entwicklungsbudget der Marine entwickelt.
Kurzinfo: F/A-XX-Programm
- Finanzierung für das Haushaltsjahr 2026: $897,3 Millionen (gegenüber $74M im NDAA für das Geschäftsjahr 2025)
- Antrag auf Prioritätenliste der Marine für unfinanzierte Projekte: $1,4 Milliarden
- Wettbewerber: Boeing gegen Northrop Grumman (Lockheed Martin scheidet im März 2025 aus)
- Datum auswählen: August 2026 (vom CNO bestätigt)
- Mission: Ersetzen F/A-18E/F Super Hornets und EA-18G Growlers
- Kampfradius-Ziel: ca. 1.000 Meilen
- Vergleich der US-Luftwaffe: Das F-47-Programm erhält rund 14 Billionen US-Dollar.
Vom Nahtod zur Rekordfinanzierung
Der Weg der F/A-XX durch den Haushaltszyklus 2026 liest sich wie ein Politthriller. Im Juni 2025 beantragte das Pentagon offiziell beim Kongress, 1.500 Millionen US-Dollar vom beschleunigten Entwicklungsprogramm des Tarnkappenjägers der Marine umzuleiten, um das F-47-Programm der Luftwaffe zu stärken. Begründet wurde dies mit der Konsolidierung – ein einziger Kampfjet der sechsten Generation für beide Teilstreitkräfte anstelle zweier paralleler Projekte.
Der Kongress wies diese Argumentation zurück. Der endgültige Verteidigungshaushalt, der am 20. Januar 2026 vom Haushaltsausschuss des Senats veröffentlicht wurde, stellte die Finanzierung des F/A-XX-Programms wieder her und erhöhte sie anschließend massiv. Die zusätzlichen 897,3 Millionen US-Dollar ($) stellen die größte Einzeländerung im Forschungs-, Entwicklungs- und Testbudget der Marine dar und sind ein klares Mandat des Kongresses, dass die trägergestützte Luftüberlegenheit nicht aus Kostengründen geopfert werden darf.
Warum die Marine ihren eigenen Kampfjet braucht
Das Argument für einen dedizierten Marine-Kampfjet der sechsten Generation basiert auf den operativen Realitäten. Flugzeugträgergestützte Flugzeuge unterliegen besonderen technischen Anforderungen: Sie müssen Katapultstarts und Fanglandungen standhalten, für die Lagerung unter Deck zusammengeklappt werden können und in salzhaltiger Umgebung operieren, die die Korrosion beschleunigt. Der Zieleinsatzradius der F/A-XX von etwa 1.000 Meilen spiegelt zudem das Bedürfnis der Marine wider, Macht über die riesigen Entfernungen des Indopazifiks zu projizieren, ohne Flugzeugträger chinesischen Anti-Schiff-Raketen auszusetzen.
Die aktuellen F/A-18E/F Super Hornets stoßen trotz wiederholter Modernisierungen an die Grenzen ihres Entwicklungspotenzials. Ihre Einsatzreichweite von etwa 450 Meilen ist für die umkämpften Einsatzgebiete, die die Marine in einem potenziellen Konflikt im Pazifik erwartet, unzureichend. Die Variante EA-18G Growler für die elektronische Kampfführung sieht sich ähnlichen Problemen der Veralterung gegenüber, da die Radar- und Elektronikfähigkeiten der Gegner stetig fortschreiten.
Boeing gegen Northrop Grumman: Das finale Duell
Nach dem Ausscheiden von Lockheed Martin aus dem Wettbewerb im März 2025 ist der F/A-XX-Auftrag zu einem Zweikampf geworden. Boeing präsentierte im August 2025 auf dem Tailhook Symposium eine neue Konzeptzeichnung – ein getarntes, schwanzloses Design, das Ähnlichkeit mit dem F-47-Vorschlag für die US-Luftwaffe aufweist. Northrop Grumman hält sich wie gewohnt bedeckt, doch die Erfahrung mit dem Bomber B-21 Raider und der trägergestützten Drohne X-47B verleiht dem Unternehmen beachtliche Kompetenzen für eine getarnte Marineplattform.
Der Chef der Marineoperationen, Admiral Daryl Caudle, hat bestätigt, dass die Vorauswahl – der Moment, in dem ein Konkurrent dem anderen vorgezogen wird – voraussichtlich bis August 2026 erfolgen wird. Der enge Zeitplan spiegelt den dringenden Wunsch des Kongresses wider, das Programm nach dem Versuch des Pentagons, es zu verlangsamen, auf Kurs zu halten.
Die breitere Landschaft der sechsten Generation
Die F/A-XX ist Teil der umfassenderen Entwicklung von Kampfflugzeugen der sechsten Generation. Die von Boeing entwickelte F-47 der US-Luftwaffe erhält rund 1,4 Billionen US-Dollar – eine Summe, die selbst die wiederhergestellten Mittel für die F/A-XX deutlich übersteigt. Auch die Konkurrenz ist nicht untätig: Chinas Prototyp des Tarnkappenjägers J-36 wurde bei Flugtests gesichtet, was die Dringlichkeit beider US-Programme erhöht.
Verwandte Fragen
Was ist das F/A-XX-Programm der Marine?
Das F/A-XX-Programm ist das Trägerkampfflugzeugprogramm der sechsten Generation der US Navy und soll die F/A-18E/F Super Hornet und die EA-18G Growler ersetzen. Es erhielt im Haushaltsjahr 2026 897,3 Millionen US-Dollar ($897,3 Mio. USD) – ein deutlicher Anstieg gegenüber 74 Millionen US-Dollar ($74 Mio. USD) im Vorjahr –, nachdem die Mittel beinahe für die Finanzierung des Konkurrenzprogramms F-47 der Air Force umgeleitet worden wären. Die Entscheidung zwischen Boeing und Northrop Grumman soll im August 2026 fallen.
Wer konkurriert um den Bau der F/A-XX?
Boeing und Northrop Grumman sind die beiden Finalisten für die F/A-XX, nachdem Lockheed Martin im März 2025 ausgeschieden ist. Die US-Marine bestätigte eine Vorauswahl für August 2026. Der Gewinner wird einen schwer auffindbaren, trägergestützten Langstreckenjäger mit einem Zieleinsatzradius von rund 1.000 Meilen bauen, der die F/A-XX ablösen soll. Super Hornet.
Was wird die F/A-XX ersetzen?
Die F/A-XX ist als Ersatz für die Kampfflugzeuge F/A-18E/F Super Hornet und die elektronischen Kampfflugzeuge EA-18G Growler der US-Marine konzipiert. Sie zielt auf einen Einsatzradius von rund 1.000 Meilen ab – deutlich größer als der heutige Einsatzradius von Flugzeugträgern –, um Flugzeugträger vor Bedrohungen aus großer Entfernung zu schützen. Sie stellt den Marineanteil der US-amerikanischen Bemühungen um Kampfflugzeuge der sechsten Generation dar.
Worin unterscheidet sich die F/A-XX von der F-47 der US-Luftwaffe?
Die F/A-XX ist der trägergestützte Kampfjet der sechsten Generation der US-Marine, die F-47 das landgestützte Pendant der US-Luftwaffe; das Pentagon erwog kurzzeitig eine Zusammenlegung beider Flugzeuge. Das F-47-Programm ist deutlich umfangreicher und erhält rund 14,5 Billionen US-Dollar gegenüber etwa 14,9 Milliarden US-Dollar für die F/A-XX. Beide Flugzeuge werden neben anderen Plattformen der nächsten Generation eingesetzt. B-21 Raider Bomber.
Wie hoch war die Finanzierung des F/A-XX-Programms?
Das F/A-XX-Programm erhielt im Haushaltsjahr 2026 897,3 Millionen US-Dollar ($) – ein deutlicher Anstieg gegenüber den 74 Millionen US-Dollar ($) im Verteidigungshaushalt 2025. Die Marine beantragte zudem weitere 1,4 Milliarden US-Dollar ($) für ihre Liste ungedeckter Prioritäten. Dieser Mittelzufluss folgte auf eine Phase, in der das Pentagon versucht hatte, 500 Millionen US-Dollar ($) vom Programm zur F-47 der Luftwaffe umzuleiten, was die Zukunft des Projekts in Frage stellte.
Was kommt als Nächstes?
Die Auswahl des Auftragnehmers im August 2026 stellt den nächsten wichtigen Meilenstein des Programms dar. Der Gewinner wird anschließend mit der Entwicklung und Fertigung beginnen. Der Erstflug wird für Anfang der 2030er-Jahre erwartet, die Einsatzbereitschaft ist für Mitte der 2030er-Jahre vorgesehen. Die Anforderungen an den Kampfradius, die Tarnkappeneigenschaften und die Integration autonomer Begleitdrohnen sind dabei entscheidende Designkriterien.
Die F/A-XX hat vorerst ihre größte Gefahr überstanden – nicht etwa einen feindlichen Raketenangriff, sondern Budgetkürzungen. Der Kongress hat entschieden, und der nächste Kampfjet der Marine kann wieder in Betrieb genommen werden.
Quellen: Das Kriegsgebiet, Verteidigung durchbrechen, DefenseScoop, Eurasische Zeiten, USNI-Nachrichten
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