Es ist der Morgen des 7. Januar 1991, und Dick Cheney steht kurz davor, etwas zu tun, was ein Verteidigungsminister so gut wie nie tut. Am Rednerpult des Pentagons, nur wenige Tage vor dem Krieg im Persischen Golf, verkündet er die endgültige Einstellung eines der wichtigsten Marineprogramme. Nicht etwa Kürzungen, nicht nur eine Pause. Es wird komplett gestoppt. Die betreffenden Flugzeuge haben den Steuerzahler rund 1,4 Billionen Dollar gekostet – und keines von ihnen ist jemals abgehoben.
Bei dem Jet handelte es sich um die A-12 Avenger II, und bis heute hält sie eine kuriose Besonderheit in sich: Sie ist eines der teuersten Flugzeuge, die Amerika nie gebaut hat.
- Was: Die McDonnell Douglas / General Dynamics A-12 Avenger II – ein getarnter, trägergestützter Nurflügel-Kampfjet
- Spitzname: der “fliegende Dorito”, wegen seiner dreieckigen Form
- Mission: die A-6 Intruder der US Navy aus der Mitte der 1990er Jahre ersetzen
- Abgesagt: 7. Januar 1991, von Verteidigungsminister Dick Cheney
- Der Schaden: Es wurden rund 14 Billionen Pfund ausgegeben – und es wurde lediglich ein maßstabsgetreues Modell gebaut. Es flog nie.
- Vermächtnis: Es handelte sich damals um die größte Vertragsauflösung in der Geschichte des Pentagons und um einen Rechtsstreit, der sich über 23 Jahre hinzog.
Eine chipförmige Revolution
Auf dem Papier war die A-12 ein aufregendes Flugzeug. Sie entstand in den 1980er-Jahren aus einem geheimen Programm zur Entwicklung eines eigenen Tarnkappenbombers für die US-Marine. Der schwanzlose Nurflügler hatte die Form eines nahezu perfekten Dreiecks – eine so markante Silhouette, dass er schließlich allgemein als “Fliegender Dorito” bekannt wurde. Er sollte die sowjetische Luftabwehr überwinden, von Flugzeugträgern starten und die bewährte A-6 Intruder bis Mitte der 1990er-Jahre ablösen.

Das Team von McDonnell Douglas und General Dynamics gewann den Auftrag im Januar 1988, und eine Zeit lang sah die Zukunft düster, kantig und hochmodern aus. Dann trafen Physik und Buchhaltung aufeinander.
Zu schwer, zu spät, zu teuer
In den 1980er-Jahren erforderte die Tarnkappentechnik exotische Materialien und Formen, deren Herstellung die Ingenieure erst noch erlernen mussten. Die Entwicklung der A-12 geriet in Verzug, sprengte das Budget und – was für ein Trägerflugzeug am verheerendsten war – wog rund 301 Tonnen mehr als geplant. Auf einer Startbahn sind zusätzliche Pfunde nur lästig. Auf einem Flugzeugträger, wo ein Katapult den Jet vom Bug schleudert und ein Fangseil ihn wieder herunterzieht, kann das Gewicht über Leben und Tod entscheiden.
Cheneys Frustration war simpel und verheerend: Die Verantwortlichen des Programms konnten ihm weder die Kosten noch den Zeitpunkt der Umsetzung nennen. Also beendete er es – die damals größte Vertragsauflösung in der Geschichte des Pentagons.
Die grausamste Ironie
Here is the part that still makes engineers wince. Cheney cancelled the Navy’s stealth jet roughly ten days before the Gulf War began — the very conflict in which the U.S. Air Force’s F-117 Nighthawk would step out of the shadows and prove, on live television, that stealth worked spectacularly. The Navy had just torched its own stealth future days before stealth had its coming-out party.
The wreckage outlived the program. The fight between the government and the contractors over who owed whom dragged through the courts for an astonishing 23 years, finally settling in 2014. The Navy, meanwhile, made do — leaning on ever-upgraded F/A-18 Hornets to fill a gap a stealth bomber was supposed to take. A genuine carrier-based stealth striker would not arrive until the F-35C, a generation later.
Und die Flying Dorito selbst? Sie existiert als maßstabsgetreues Modell in einem Museum – ein elegantes schwarzes Dreieck, das die Seekriegsführung revolutionieren sollte, ein Vermögen kostete und nie den Wind unter seinen Flügeln spürte.
Quellen: The National Interest; 19FortyFive; Megaprojects; Aufzeichnungen des US-Verteidigungsministeriums.
Verwandte Fragen
Was war die A-12 Avenger II?
Die A-12 Avenger II war ein geplantes, trägergestütztes Tarnkappen-Kampfflugzeug für die US Navy und das Marine Corps, entwickelt von einem Team aus McDonnell Douglas und General Dynamics. Ihre flache, dreieckige Nurflügelform brachte ihr den Spitznamen 'Fliegender Dorito' ein. Sie sollte die A-6 Intruder ersetzen, wurde aber 1991 eingestellt, bevor überhaupt ein Flugzeug seinen Erstflug absolvierte.
Warum wurde die A-12 als 'Fliegender Dorito' bezeichnet?
Wegen ihrer Form. Die A-12 war ein schwanzloser Nurflügler in Form eines nahezu perfekten gleichschenkligen Dreiecks – eine scharfkantige, dunkle Silhouette, die an einen Snackchip erinnerte und ihr unter Luftfahrtbeobachtern sofort den liebevollen Spitznamen einbrachte.
Warum wurde das A-12-Programm eingestellt?
Das Programm hatte die Kosten massiv überschritten und war weit hinter dem Zeitplan zurückgeblieben. Das Flugzeug war um etwa 301 Tonnen schwerer als geplant – ein gravierendes Problem für einen Jet, der von Flugzeugträgern starten und landen musste. Im Januar 1991 stellte Verteidigungsminister Dick Cheney das Projekt ein, da ihm niemand die endgültigen Kosten oder den Fertigstellungstermin nennen konnte.
Wie viel Geld wurde für die A-12 verschwendet?
Es wurden rund 1,4 Billionen Pfund ausgegeben, und es wurde lediglich ein maßstabsgetreues Modell gebaut – das Flugzeug flog nie. Damals handelte es sich um die größte Vertragsauflösung in der Geschichte des Pentagons, und der Streit zwischen der Regierung und den Auftragnehmern über die Kostenverteilung zog sich 23 Jahre lang durch die Gerichte und wurde schließlich 2014 beigelegt.
Was ersetzte die A-12?
The Navy never got a stealthy A-6 replacement from the program. Instead it leaned on upgraded versions of the F/A-18 Hornet — eventually the larger F/A-18E/F Super Hornet — to carry the strike load the A-12 was meant to take on. A true carrier-based stealth strike aircraft would not arrive until the F-35C, decades later.




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