Manche Flugzeuge sind schön. Die Blackburn Beverley gehörte nicht dazu. Sie sah aus wie ein Schiffscontainer, dem vier Propeller und ein Leitwerk gewachsen waren und der sich trotzdem zum Fliegen entschlossen hatte – ein klobiges, scheunenartiges Flugzeug, dessen Räder fest mit dem Rumpf verschraubt waren.
Und doch liebte die RAF sie, denn die Beverley konnte eine Sache besser als fast alles andere ihrer Zeit: riesige, unhandliche Lasten auf kurze, holprige Pisten transportieren, wo vernünftige Transportflugzeuge nichts zu suchen hatten.
Kurzinfo
- Flugzeug: Blackburn B-101 Beverley Schwerlastverkehr
- Operator: RAF Transportkommando, Mitte der 1950er bis 1967
- Motoren: Vier Bristol Centaurus Sternmotoren mit umgekehrter Steigung
- Kurzes Feld: Die Landestrecke beträgt bei Volllast etwa 310 Yards – und das Fahrzeug könnte aus eigener Kraft rückwärtsfahren.
- Laden: 94 Soldaten oder sperrige Fracht durch klappbare Hecktüren
- Gebaut: 47 Flugzeuge; ersetzt durch die C-130 Hercules
Eine Schachtel mit Flügeln
Die Konstruktionslogik war simpel. Anstatt die Fracht in ein stromlinienförmiges Rohr zu quetschen, baute Blackburn einen riesigen rechteckigen Laderaum, in den Fahrzeuge direkt hineinfahren konnten, und montierte dahinter einen langen Heckausleger, der die Leitwerksflächen – und praktischerweise bis zu dreißig weitere Passagiere – trug. Das starre Fahrwerk wirkte zwar archaisch, war aber einfach, robust und auf einer unebenen Wüstenpiste kaum zu beschädigen.
Vier große Bristol Centaurus Sternmotoren hoben sie in die Luft. Dank ihrer Propeller mit umgekehrter Steigung kam die Beverley in kaum 300 Metern zum Stehen und konnte sogar aus eigener Kraft rückwärts rollen – unbezahlbar, wenn man ein so großes Flugzeug auf einem festen Sandplatz ohne Wendemöglichkeit gelandet hat.

Unhandlich, aber unverzichtbar
In den späten 1950er und 1960er Jahren leistete die Beverley die Hauptarbeit für die RAF östlich des Suezkanals – sie transportierte Waffen, Fahrzeuge und Nachschub in der Region um Aden, am Golf und im Nahen Osten und setzte Fallschirmjäger und Lasten über Gebieten ab, die für leichtere Flugzeuge unerreichbar waren. Die Besatzungen schätzten sie auf die Art, wie man etwas Hässliches schätzt, das aber stets zuverlässig seinen Zweck erfüllt.

1967 hatte die turbopropgetriebene C-130 Hercules die langsame, durstige, kolbenmotorgetriebene Beverley überholt, und die Flotte wurde nach kaum einem Jahrzehnt außer Dienst gestellt. Doch diejenigen, die sie geflogen hatten, vergaßen nie ganz, was sie leisten konnte.
Nur eine einzige vollständig erhaltene Beverley ist heute noch erhalten, als Mahnmal dafür, dass Eleganz im Luftverkehr nie viel bedeutet hat – aber eine ausreichend große Kiste sehr wohl.
Quellen: BAE Systems Heritage; History of War; Airborne Assault Museum (ParaData); Wikipedia.




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